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10:27 | 07.11.2012
KORREKTUR/ROUNDUP: Hochtief wieder mit schwarzen Zahlen – Ausblick erhöht

(Korrigiert wird im fünften Absatz, erster und zweiter Satz, Auftragseingang
und Auftragsbestand, beide Begriffe wurden verwechselt)

ESSEN (dpa-AFX) – Nach roten Zahlen im ersten Halbjahr ist der Essener
Baukonzern Hochtief im dritten Quartal wieder deutlich in die
Gewinnzone zurückgekehrt. Der Überschuss habe im Zeitraum Juli bis September
141,1 Millionen Euro betragen, teilte die im MDax notierte
Gesellschaft am Mittwoch mit. Damit summierte sich das Nettoergebnis in den
ersten neun Monaten auf 92 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Hochtief zwar im
dritten Quartal einen Gewinn von 98,7 Millionen Euro ausgewiesen, aber in den
ersten drei Quartalen noch einen Verlust in Höhe von 57 Millionen Euro gemacht.

Die Aktie legte vorbörslich zu. Die besser als erwartet ausgefallenen
Gewinnkennziffern sollten die Aktie stützen, sagten Händler. Zudem hätten sich
die Befürchtungen einiger Anleger über eine mögliche Gewinnwarnung nicht
bewahrheitet.

“Nach neun Monaten weisen wir wieder für alle Divisionen ein positives
Vorsteuerergebnis aus”, schrieb Frank Stieler in einem Brief an seine Aktionäre.
Die Problem-Projekte der australischen Tochter Leighton seien fertiggestellt
oder weit fortgeschritten. 2011 war die mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten
ACS gehörende Gesellschaft aufgrund von
Abschreibungen in Australien tief in die Verlustzone gerutscht.

Die Verhandlungen mit der Stadt Hamburg wegen strittiger Kosten am
Großprojekt Elbphilharmonie hielten indes an, so Stieler. Hochtief hatte deshalb
im zweiten Quartal vorsorglich in der Bilanz Rückstellungen getroffen. Im Streit
um das Prestigeprojekt hatten die Stadt Hamburg und der Essener Baukonzern nach
monatelangem Stillstand im Sommer eine Einigung erzielt. Das spektakuläre
Konzerthaus soll nun Mitte 2015 fertig werden. In der Vergangenheit war es zu
massiven Kostensteigerungen gekommen.

Aufgrund prall gefüllter Auftragsbücher erhöhte das mehrheitlich zum
spanischen Infrastrukturkonzern ACS gehörende Unternehmen am Mittwoch seine
Ziele für Auftragsbestand und Umsatz. Neben dem Auftragseingang sollen nun auch
Auftragsbestand und Umsatz die Vorjahreswerte erreichen. Den Ausblick für die
Ergebnisse bestätigte Hochtief. Demnach soll das Nettoergebnis bei etwas weniger
als 180 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn bei etwas unter 550 Millionen
liegen.

“Nach den Vorsorgen, die wir in Europa im ersten Halbjahr getroffen haben,
wird es aber deutlich anspruchsvoller sein, diese Ziele zu erreichen”, so
Stieler. Mögliche Sondereffekte wie etwa der Verkauf der
Leighton-Entsorgungssparte Thiess Waste Management seien in den Prognosen nicht
enthalten.

Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres betrug der Gewinn vor
Steuern 279,5 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von 5,38 Milliarden auf 6,5
Milliarden Euro. Mit seinen Zahlen übertraf das Unternehmen die Schätzungen der
Analysten. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 13 Prozent auf 50,4 Milliarden
Euro. Damit ist der im MDax notierte Konzern rechnerisch für mehr als
20 Monate ausgelastet. Hochtief setzt vor allem auf Energieinfrastruktur,
Metropolen, Verkehrsinfrastruktur und Ressourcen. In allen vier Wachstumsfeldern
habe Hochtief zahlreiche neue Projekte akquirieren können, schrieb Stieler.

In der vergangenen Woche legte die Hochtief-Tochter Leighton Zahlen für die
ersten neun Monate vor. Nachdem Australiens größter Baukonzern im
zurückliegenden Geschäftsjahr für rote Zahlen bei der Essener Mutter gesorgt
hatte, konnte Leighton in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres schwarze
Zahlen ausweisen. Der spanische Mutterkonzern ACS verschob in der vergangenen
Woche überraschend die Vorlage seiner Zahlen für die ersten neun Monate des
laufenden Geschäftsjahres auf den 12. November./mne/jha/fbr


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