AGENTURMELDUNGEN

19:24 | 24.03.2009
KUKA verbaut neuem Großaktionär Einzug in Aufsichtsrat

AUGSBURG (dpa-AFX) – Der Roboterhersteller KUKA verbaut seinem
neuen Großaktionär, dem schwäbischen Mittelständler Grenzebach, den Einzug in
den Aufsichtsrat. Wie aus der Einladung zu der Ende April anstehenden
Hauptversammlung hervorgeht, sind keine Neuwahlen für das Gremium angesetzt.
Dabei hatte Grenzebach-Chef Bernd Minning erst vor zwei Wochen ausdrücklich
seinen Anspruch auf eine angemessene Vertretung angemeldet. Sein Unternehmen hat
sich nach Angaben einer Sprecherin und vorbehaltlich der kartellrechtlichen
Genehmigung inzwischen mehr als 20 Prozent an KUKA gesichert und strebt eine
Sperrminorität von 25,1 Prozent an.

“Überrascht haben wir zur Kenntnis genommen, dass eine Umbildung des
Aufsichtsrates nicht Tagesordnungspunkt der KUKA-Hauptversammlung am 29. April
ist”, kommentierte die Grenzebach-Sprecherin gegenüber der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX den Fall. “Als größter Aktionär der KUKA AG
sähen wir uns bei unseren derzeitigen Beteiligungsverhältnissen mit zwei Sitzen
angemessen repräsentiert und haben das in den letzten Wochen in verschiedenen
Gesprächen mit dem Aufsichtsrat und Vorstand der Gesellschaft auch so
kommuniziert.” Möglich wäre nun ein Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung.

“Die Kuka-Aufsichtsräte sind für fünf Jahre gewählt. Die letzte Wahl fand
2008 statt”, begründete ein KUKA-Sprecher gegenüber dem “Handelsblatt”
(Mittwochausgabe) das Fehlen des entsprechenden Tagesordnungspunktes. Laut der
Zeitung empfindet KUKA seinen neuen Großaktionär inzwischen als Eindringling.
“Wir wollen nicht, dass Grenzebach in den Aufsichtsrat kommt – weder mit zwei,
noch mit einem Sitz”, zitiert die Zeitung einen Aufsichtsrat der Kapitalseite.

Dabei hatte KUKA selbst den schwäbischen Mittelständler und langjährigen
Partner angesprochen, ob dieser nicht als Ankeraktionär fungieren wolle.
Hintergrund ist der stark gefallene Aktienkurs. Das Unternehmen ist derzeit noch
rund 270 Millionen Euro wert. Die Hauptkundschaft von KUKA sind die
angeschlagenen Autobauer, die sich mit Investitionen zurückhalten. Entsprechend
mau ist die Auftragslage in Augsburg./das/edh


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