14:48 | 24.02.2008
Medien: US-Anleiheversicherer Ambac spaltet sich zur Rettung auf
New York (dpa-AFX) – Der krisengeschüttelte Anleiheversicherer Ambac
will sich US-Medien zufolge aufspalten und eine dringend
benötigte Kapitalspritze in Milliardenhöhe verschaffen. Der Spezialanbieter
werde seine Rettungsaktion Anfang der Woche vorstellen, berichtete die “New York
Times” am Wochenende. Die Anleiheversicherer sind durch die Kreditkrise massiv
in Not. Unter Hochdruck arbeiten Behörden, Banken und die Branche an Plänen, um
einen Ausfall der für die weltweiten Finanzmärkte wichtigen Spezialanbieter zu
verhindern.
Ambac, weltweite Nummer zwei der Branche, will sich der Zeitung zufolge in
einen “gesunden” Teil mit relativ sicheren kommunalen Anleihen und eine
“gefährdeten” Sparte mit hochriskanten Wertpapieren splitten. Dadurch will sich
die angeschlagene US-Gesellschaft die enorm wichtige Top-Bewertung durch
Ratingagenturen (”AAA” oder “Triple-A”) sichern.
BANKEN SOLLEN EINSTEIGEN
Zusätzlich stützen sollen Ambac drei Milliarden Dollar (zwei Mrd Euro)
frisches Kapital, berichteten mehrere Medien. Das Geld soll großteils durch den
Einstieg von Banken sowie durch Schuldenaufnahme hereinkommen. Eine
Ambac-Sprecherin bestätigte lediglich, dass unter anderem über eine
Kapitalspritze verhandelt werde.
Eine Aufspaltung prüfen auch bereits Branchenführer MBIA
und der drittgrößte Anbieter FGIC. Der Chef der zuständigen New Yorker
Versicherungsaufsicht, Eric Dinallo, hatte dies als womöglich einzige
Alternative bezeichnet. MBIA hatte sich ebenfalls neues Kapital in
Milliardenhöhe beschafft und wegen der Krise die Spitze ausgetauscht. Der neue
Konzernchef Joseph Brown nannte erst vor wenigen Tagen eine Aufspaltung für die
Branche unausweichlich.
HINTERGRUND
Die Versicherer stehen für Ausfälle gerade, wenn der Emittent das über die
Anleihe geborgte Geld nicht zurückzahlen kann. Bekommen sie selbst Probleme,
wird der Schutz der Anleger ungewisser oder gar hinfällig. Die Branche
versichert laut Schätzungen Anleihen (Bonds) im Wert von rund 2,5 Billionen
Dollar (1,7 Billionen Euro) gegen Zahlungsausfall. Auf Ambac entfallen laut “New
York Times” davon mehr als 500 Milliarden Dollar.
Die Bondsversicherer hatten sich früher auf Garantien für risikoarme
Anleihen von Kommunen und Ländern beschränkt. Erst mit dem inzwischen geplatzten
US-Hypothekenboom stiegen sie massiv ins Geschäft mit hochriskanten Bonds ein -
und kämpfen nun mit den Folgen. Die Finanzriesen werden wegen ihrer starken
Spezialisierung anstelle eines vielfältigen Portfolios auch “Monoliner”
genannt./fd/DP/he
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