13:39 | 06.12.2010
Merkel gegen gemeinsame Euro-Anleihe und größeren Rettungsfonds
BERLIN (dpa-AFX) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Forderungen nach
gemeinsamen europäischen Staatsanleihen und einer Aufstockung des
Euro-Rettungsschirms eine klare Absage erteilt. Die EU-Verträge ließen keine
Euro-Bonds und keine einheitlichen Zinssätze zu, sagte Merkel am Montag in
Berlin nach einem Treffen mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk.
Auch würde dann ein erhebliches Wettbewerbselement entfallen, sagte die
Kanzlerin mit Blick auf die unterschiedlich hohen Zinssätze der Euro-Länder.
Diese seien auch ein Ansporn, besser zu werden und die Vorgaben des
EU-Stabilitätspaktes zu erfüllen.
“Zur Zeit” gebe es auch keine Notwendigkeit, den Euro-Rettungsschirm zu
vergrößern, betonte Merkel. Bisher sei nur Irland unter den Schirm mit einem
Volumen von 750 Milliarden Euro geschlüpft. Der Fonds reiche für Irland
erkennbar mehr als aus.
Die Kanzlerin forderte zugleich, die Diskussionen zur Lösung der
Euro-Schuldenkrise zielgerichtet und intern zu führen. Alles andere beunruhige
die Märkte./sl/DP/bgf
|