13:56 | 03.02.2009
Motorola im vierten Quartal erneut mit Milliardenverlust Finanzchef geht
SCHAUMBURG (dpa-AFX) – Der angeschlagene US-Handyhersteller Motorola
hat im Schlussquartal erneut rote Zahlen geschrieben und
einen düsteren Ausblick gegeben. Außerdem kündigte das Unternehmen einen Wechsel
im Management an: Finanzchef Paul Liska nimmt seinen Hut. Im vierten Quartal
habe das Minus auch durch Abschreibungen und den laufenden Umbau bei 3,6
Milliarden Dollar (2,8 Mrd Euro) oder 1,57 US-Dollar je Aktie gelegen, teilte
das Unternehmen am Dienstag vor Handelsbeginn in den USA mit.
Der Umsatz brach vor allem belastet durch die Handy-Sparte um mehr als ein
Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar ein. Die Quartalsdividende wurde gestrichen.
Auch für das laufende erste Quartal rechnet der Handy-Hersteller nicht mit einer
Verbesserung, sondern mit einem Verlust von 0,10 bis 0,12 Dollar.
EINSPARUNGEN VON 1,5 MILLIARDEN DOLLAR GEPLANT
Wegen des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds hatte Motorola bereits den
Rotstift angesetzt und drastische Kosteneinsparungen angekündigt. Insgesamt
sollen auf diese Weise 2009 rund 1,5 Milliarden Dollar gespart werden, hieß es
nun. Damit versucht der Handyhersteller drastische Umsatzeinbußen auszugleichen.
Die Erlöse in der Handy-Sparte waren im vierten Quartal um fast die Hälfte
eingebrochen. Motorola hatte nur rund 19,2 Millionen Handys verkauft, etwa halb
soviele wie im Jahr zuvor.
Die Aktie rutschte vorbörslich um 2,64 Prozent auf 4,42 Dollar ab. Motorola
hatte bereits vor einem Quartalsverlust gewarnt. Das Minus fiel nun aber
nochmals deutlich höher als erwartet aus. Erst Mitte Januar hatte der Hersteller
wegen seiner massiven Probleme mit dem Abbau von weiteren 4.000 Stellen
begonnen.
Nun soll ein neuer Finanzvorstand das Unternehmen wieder auf Kurs bringen.
Nachfolger von Paul Liska wird Edward Fitzpatrick, der zuvor im Controlling
tätig war. Liska war erst im Februar zu Motorola geholt worden, um den Konzern
zu sanieren./fd/gr/nl/tw
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