10:44 | 12.04.2011
Nokia richtet sich auf Durststrecke im Smartphone-Markt ein
LODNON (dpa-AFX) – Nokia richtet sich auch nach dem
radikalen Strategiewechsel auf eine längere Durststrecke und weitere Einbußen im
Mobilfunkmarkt ein. Der Nokia-Aufsichtsrat habe offen darüber gesprochen, dass
in der Zwischenzeit mit einem geringeren Marktanteil zu rechnen sei, sagte Jorma
Ollila, der Vorsitzende des Gremiums, der “Financial Times” (Dienstagsausgabe).
Erst danach könne der weltgrößte Mobiltelefon-Hersteller auf dem neuen Konzept
aufbauen. Im Februar hatte Nokia-Chef Stephen Elop eine enge Zusammenarbeit mit
Microsoft angekündigt.
Gemeinsam mit dem US-Softwarekonzern wollen die Finnen Mobiltelefone auf
Basis des Betriebssystems Windows Phone 7 bauen. Obwohl Nokias Betriebssystem
Symbian damit auslaufen wird, will das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren
noch 150 Millionen Symbian-Handys verkaufen. Am Dienstag stellte Nokia zwei neue
Symbian-Telefone vor, das E6 für Unternehmenskunden und das auf Spiele
zugeschnittene X7.
Ollila und Elop sowie die Nokia-Führungsriege bezeichneten den Übergang von
Symbian auf Windows Phone 7 in der “Financial Times” als eine der größten
Herausforderungen der neuen Strategie. “Der einfachere Weg ist, mit Windows
Phone 7 ganz neu anzufangen. Der schwierigere Weg ist, mit Symbian
weiterzuarbeiten”, sagte Jo Harlow, die die Smartphone-Sparte von Nokia leitet.
Nokia will das Microsoft-Geschäft bis Ende des Monats abschließen.
Nokias Symbian hat lange den Smartphone-Markt dominiert. Noch im Jahr 2007
hielt das Betriebssystem einen Marktanteil von 64 Prozent bei den
Computer-Handys. Zuletzt setzten allerdings Konkurrenten wie Apple
dem Unternehmen kräftig zu, der Marktanteil von Symbian brach stetig
weiter ein.
Die Partnerschaft mit Microsoft soll noch in diesem Monat in trockene Tücher
gebracht werden. Nur einige Details sind bekannt, wie die Umsätze auf die
Partner verteilt werden sollen. Nokia werde aber bei den Werbeumsätzen in einem
Maße profitieren, wie es ohne das Zusammengehen mit Microsoft überhaupt nicht
möglich gewesen wäre, sagte Elop./mne/rg/DP/tw
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