AGENTURMELDUNGEN

14:37 | 21.02.2010
Nordic-Aufträge: Unternehmen halten sich bedeckt

WISMAR/BREMEN/BERLIN (dpa-AFX) – Die Nordic-Werften und die Bremer Reederei
Beluga Hochtief halten sich zu möglichen rettenden Neuaufträgen für
die früheren Wadan-Werften an der Ostsee vorerst bedeckt. “Wir können dazu noch
keine Stellungnahme abgeben”, sagte Beluga-Sprecherin Verena Beckhusen am
Samstag der dpa. Auch Nordic wollte keine Bestellungen bestätigen. Es gebe aber
“gute und vielversprechende Gespräche mit unterschiedlichen Unternehmen”. Aus
Regierungskreisen in Berlin verlautete am Freitag, die vom Untergang bedrohten
Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde stünden kurz vor einem Millionenauftrag
durch Beluga.

“Wir werden uns zu Aufträgen erst dann äußern, wenn uns unterschriebene
Verträge vorliegen”, erklärte eine Sprecherin von Nordic-Eigentümer Witali
Jussufow. Aus der Insolvenzverwaltung des seit Juni 2009 zahlungsunfähigen
drittgrößten deutschen Schiffbauers hieß es: “Das wäre jetzt Spekulation. Uns
liegen noch keine konkreten Erkenntnisse vor.”

EIN BIS ZWEI SPEZIALSCHIFFE IM GESPRÄCH

Nach dpa-Informationen hat die Bundesregierung Hinweise darauf, dass die
Bremer Reederei ein bis zwei Spezialschiffe für den Bau von Windparks vor der
Nordseeküste bei Nordic fertigen lassen will. Denkbar sei eine Aufstockung auf
vier Schiffe. Ein Banken- Konsortium unter Führung der HSH Nordbank und der
staatseigenen KfW solle die Finanzierung für Beluga sicherstellen. Am Montag
will der KfW-Vorstand den Angaben zufolge über den Fall beraten. Die KfW-
Beteiligung soll unter 200 Millionen Euro liegen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Russlands Präsident Dmitri Medwedew
hatten die Wadan-Übernahme durch Jussufow für 40,5 MIllionen Euro im vergangenen
Sommer begrüßt. Weil sich angekündigte russische Schiffbauaufträge bisher nicht
umsetzen ließen, warf die IG Metall dem früheren Manager des
Pipeline-Konsortiums Nord Stream jedoch Wortbruch vor./jap/tb/ra/DP/nl


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