13:51 | 23.05.2011
Ölpreise deutlich gesunken – starker Dollar belastet
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) – Die Ölpreise sind am Montag im
Mittagshandel deutlich gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent
zur Lieferung im Juli kostete zuletzt 109,60 US-Dollar. Das waren 2,79 Dollar
weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas
Intermediate (WTI) ging um 2,47 Dollar auf 97,63 Dollar zurück.
Händler begründeten die jüngsten Preisabschläge vor allem mit dem stärkeren
Dollar, der die Öl-Nachfrage aus vielen Ländern belastet. Die Commerzbank
verweist zusätzlich auf die hohe Unsicherheit an den Märkten wegen der
europäischen Schuldenkrise. Zuletzt hatte sich die Lage weiter eingetrübt mit
der Herabstufung des größten Schuldensünders Griechenlands durch die
Ratingagentur Fitch. Zudem stellte die Agentur Standard & Poor’s (S&P) am
Wochenende die Kreditwürdigkeit Italiens infrage.
Gegen weitere Preisrückgänge am Ölmarkt sprechen laut Commerzbank aber die
anhaltenden Unruhen in Libyen und im Nahen Osten. Zudem bleibe die Nachfrage aus
Asien robust.
Nach einem erneuten Vulkanausbruch auf Island am Sonntag beeinträchtigt
unterdessen eine Aschewolke teilweise den Flugverkehr im Norden Europas.
Experten rechnen bisher jedoch nicht mit starken Auswirkungen auf den
Luftverkehr und damit auf die Öl-Nachfrage. Vor etwa einem Jahr hatte eine
Aschewolke eines anderen isländischen Vulkans große Teile des europäischen
Flugverkehrs für mehrere Wochen lahm gelegt.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat
etwas nachgegeben. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete
ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 107,42 US-Dollar. Das waren 46 Cent
weniger als am Donnerstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis
von zwölf wichtigen Sorten des Kartells./hoslj/bgf
|