12:50 | 15.05.2008
Ölpreise leicht erholt von Vortagsverlusten
NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) – Die Ölpreise haben sich am Donnerstag etwas
von ihren Vortagsverlusten erholt. Bis zum frühen Nachmittag stieg der Preis für
ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni
auf 124,92 Dollar. Das waren 70 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der
Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 83 Cent auf 122,69
Dollar.
Am Vortag hatten die Ölpreise trotz gemischt ausgefallener Öllagerdaten aus
den USA deutlich nachgegeben. Diese Preisrückgänge seien am Donnerstag von
einigen Investoren als Kaufgelegenheit genutzt worden, was die Preise zuletzt
wieder gestützt habe, sagten Händler. Auch der wieder schwächere Dollar habe die
Nachfrage nach Rohöl beflügelt. Vor allem unerwartet starke Wachstumszahlen aus
Deutschland und dem gesamten Euroraum hatten den Dollarkurs am Donnerstag
belastet.
Trotz der insgesamt etwas schwächeren Tendenz am Ölmarkt bleibt die
Commerzbank bei ihrer Einschätzung, dass die Ölpreise in den nächsten Wochen
weitere Rekordstände erreichen werden. Vor allem der anhaltend starke Ölbedarf
Chinas spreche hierfür, schreiben die Experten in einer Studie vom Donnerstag.
Die Raffinerie-Kapazitäten Chinas reichten nicht aus, um den heimischen Bedarf
an Diesel zu decken. Auch bei Benzin könnte China demnächst zum Nettoimporteur
werden.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist
unterdessen geringfügig gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariat vom
Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den Fördergebieten des
Kartells am Mittwoch 118,78 US-Dollar. Das waren zwei Cent mehr als am Dienstag.
Erst am Montag war der sogenannte Korbpreis auf ein Rekordhoch auf 119,65 Dollar
gestiegen. Die OPEC berechnet den Korbpreis auf der Basis von 13 Sorten der
Organisation./bf/js
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