8:33 | 06.09.2010
Österreich kritisiert deutschen Atomkompromiss
WIEN (dpa-AFX) – Nachbarland Österreich hat den deutschen Atomkompromiss als
Enttäuschung und schweren Rückschlag kritisiert. “Deutschland macht es sich
damit leicht, den CO2-Ausstoß in Grenzen zu halten”, teilte der konservative
Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) laut der österreichischen
Nachrichtenagentur APA nach der deutschen Entscheidung am späten Sonntagabend
mit.
Die Koalition in Berlin will die 17 deutschen Meiler im Schnitt 12 Jahre
länger laufen lassen als bisher geplant. In Österreich ist nie ein Atomkraftwerk
ans Netz gegangen – wegen der Nähe zu Deutschland wurde die Diskussion in Berlin
von Wien aus kritisch beobachtet.
Er wolle trotz der enttäuschenden Entscheidung Deutschlands seine Bemühungen
gegen Atomstrom verstärken, kündigte Berlakovich an. “Es geht um maximale
Sicherheit für die Bevölkerung und die intelligente Nutzung natürlicher
Ressourcen.” Die Zukunft der Energieversorgung liege in erneuerbaren Energien:
“Klar ist: Atomkraft ist keine Antwort auf den Klimawandel und keine nachhaltige
Form, um den CO2-Ausstoß zu verringern.”/mib/DP/stw
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