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20:51 | 21.02.2008
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Börsen-Zeitung: Fass ohne Boden, Kommentar zum Ausblick der Allianz
von Stefan Kroneck
Frankfurt (ots) – Die Dividendenerhöhung der Allianz um nahezu die
Hälfte ist beeindruckend, aber nur Balsam für die Aktionäre von
Europas größtem Erstversicherungskonzern mit angeschlossener Bank.
Denn ebenso beachtlich wie die erhöhte Ausschüttungsquote ist der
Kursverfall der Aktie seit Sommer 2007. Seit dem Ausbruch der
US-Hypothekenmarktkrise hat die Allianz 25 Mrd. Euro an
Marktkapitalisierung eingebüßt – das entspricht locker dem Börsenwert
der Münchener Rück.

Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten ist man rasch
geneigt, den Wertverfall trotz eines erwirtschafteten
Konzernrekordgewinns von 8 Mrd. Euro allein auf die Subprime-Krise
zurückzuführen, die die Kurse der Versicherer ebenso wie die der
Banken in Mitleidenschaft zieht. Diese Vermutung stimmt nur bedingt.
Vielmehr hat die Allianz ein gravierendes hausinternes Problem, das
die Investoren abschreckt. Und dieses Problem stellt das Investment
Banking der Dresdner Bank dar. Dresdner Kleinwort ist dafür
verantwortlich, dass sich das Ergebnis des Frankfurter
Kreditinstituts voriges Jahr fast halbierte. Auch für 2008 sieht der
Ausblick für die Banktochter vor allem wegen der Subprime-Krise sehr
trübe aus. Die Dresdner Bank wird die angepeilte Kapitalrendite von
15% abermals deutlich verfehlen, weil hohe Abschreibungen erneut die
Erfolgsrechnung verhageln werden.

Die von Vorstandschef Michael Diekmann angekündigte Sanierung des
Investment Banking ist halbherzig und überzeugt deshalb nicht. Schon
jetzt ist diese Einheit zu klein, um ein großes Rad zu drehen. Seit
Jahren wird an dem kränkelnden Segment herumgedoktert, ohne dass der
Vorstand bisher sichtbare Erfolge vorweisen konnte. Das Investment
Banking ist für die Allianz ein Fass ohne Boden.

Für die Anleger ist nicht mehr nachvollziehbar, dass das
dynamische Erstversicherungsgeschäft den schwächelnden Bankbereich
weiter stützen soll. Eine Trennung von Dresdner Kleinwort wäre die
Lösung, um vom Konzern weiteren Schaden abzuwenden. Davor sträubt
sich Diekmann aber. Ein Verkauf von Dresdner Kleinwort käme für ihn
einem Eingeständnis gleich, dass die Allfinanzstrategie zum Teil
gescheitert ist, obgleich der Kapitalmarkt eine derartige Maßnahme
erleichtert aufnehmen würde. Je länger aber die Kreditkrise anhält,
desto größer wird der Handlungsdruck auf den Allianz-Chef.

Originaltext: Börsen-Zeitung
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