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Günstige Zukunftsaussichten beflügeln Investitionstätigkeit in der
Landwirtschaft
Frankfurt am Main (ots) –

– Stabile Vermögens- und Finanzstruktur

– Zunehmender Fremdfinanzierungsbedarf

– Höhere Anforderungen an Liquiditäts- und Risikomanagement

Mit den jüngsten Veränderungen an den Agrarmärkten sei nicht nur
die öffentliche Wahrnehmung gegenüber der Landwirtschaft deutlich
positiver geworden, auch die Investitions- und
Finanzierungsbedingungen hätten sich verbessert. Die
Nettoinvestitionen seien in den wachsenden Betrieben im vergangenen
Wirtschaftsjahr um durchschnittlich fast 60 % ausgeweitet worden.
Nach Jahren der Stagnation habe auch der Einsatz von Fremdkapital in
der Landwirtschaft wieder zugenommen. “Die Landwirtschaft ist ein
grundsolider, innovativer und zukunftsfähiger Wirtschaftszweig.
Landwirtschaftliche Betriebe sind und bleiben daher für Banken und
Sparkassen eine hochinteressante Kundengruppe.”, betonte Dr. Marcus
Dahmen, Sprecher des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank,
Frankfurt am Main, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des
Geschäftsberichts der Förderbank für die Landwirtschaft und den
ländlichen Raum. Trotz der hohen Investitionstätigkeit liege die
Eigenkapitalquote landwirtschaftlicher Betriebe mit durchschnittlich
rd. 80 % immer noch weit über der von vergleichbaren
mittelständischen Unternehmen. Nach wie vor würden Investitionen von
vielen Betrieben mit einem hohen Anteil von Eigenmitteln getätigt.
Perspektivisch werde die Fremdfinanzierung im Primärsektor aber
weiter an Bedeutung gewinnen, da die Betriebe aufgrund tendenziell
größer werdender Wachstumsschritte an ihre finanziellen Grenzen
stoßen. Neben dem klassischen Bankkredit dürfe künftig gerade für
Wachstumsbetriebe auch eine flexiblere und bilanzneutrale
Finanzierungsalternative wie das Leasing interessant werden. Bereits
im März dieses Jahres habe die Rentenbank daher ihre
Sonderkreditprogramme um eine Leasing-Variante erweitert.

Schon heute sei die Landwirtschaft einer der kapitalintensivsten
Wirtschaftszweige in Deutschland. Ein Vergleich mit dem
produzierenden Gewerbe zeige, dass in einen landwirtschaftlichen
Arbeitsplatz mit durchschnittlich 303 700 EUR (Bruttoanlagevermögen
je Erwerbstätigen) mehr als doppelt so viel investiert wird.
Gleichzeitig verfügten landwirtschaftliche Betriebe mit den
vergleichsweise hohen Eigenkapitalquoten und der Wertstabilität des
Bodens als Besicherungsmöglichkeit über ausgesprochen gute
Finanzierungsvoraussetzungen. Fremdfinanzierung im
landwirtschaftlichen Sektor erfolge in erster Linie durch die
Aufnahme langfristiger Kredite. Mit 80 % sei der Anteil langfristiger
Finanzierungen mit Laufzeiten von mehr als fünf Jahren
außergewöhnlich hoch – ebenfalls ein Indiz für die Solidität und
Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe. Anbieter von Agrarkrediten
seien vor allem Genossenschaftsbanken und Sparkassen, ihr gemeinsamer
Marktanteil liege derzeit bei rd. 80 %. Aber auch der Marktanteil der
Kreditbanken erhöhe sich seit ein paar Jahren stetig.

Eine Auswertung der Testbetriebsstatistik des Bundesministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) zeige,
dass die aktuelle Belebung der Investitionstätigkeit sowohl Maschinen
als auch Wirtschaftsgebäude und Landkäufe betreffe. Die letzten
Ergebnisse des von der Landwirtschaftlichen Rentenbank geförderten
Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar deuteten auf eine weiter
steigende Investitionsneigung in der Landwirtschaft hin. Vor dem
Hintergrund gestiegener Marktpreise für Getreide und Ölsaaten planten
insbesondere Ackerbaubetriebe in naher Zukunft verstärkt in Maschinen
und Boden zu investieren. Kaum Investitionen seien dagegen derzeit
bei den Veredlungsbetrieben zu erwarten, nachdem sich die Marktpreise
in diesem Bereich nach wie vor unter Druck befinden. Dennoch blickten
auch die Schweinehalter optimistisch in die Zukunft,
Marktschwankungen seien ihnen durchaus vertraut. Ein Umstand, mit dem
auch Betriebsleiter im Ackerbau und – dies zeigt die jüngste
Milchpreisentwicklung – in der Milcherzeugung in Zukunft verstärkt
rechnen müssten. Stärkere Erlösschwankungen bei tendenziell
steigendem Fremdkapitaleinsatz würden vor allem für Wachstumsbetriebe
dieser Produktionsrichtungen eine neue Herausforderung darstellen und
den Einsatz von Liquiditäts- und Risikomanagementsystemen immer
wichtiger werden lassen. Ihre im Vergleich zu anderen
Wirtschaftssektoren hohe Kreditwürdigkeit und die günstige Vermögens-
und Finanzstruktur dürfe Landwirte aber auch bei einer Zunahme des
Risikos weiterhin zu verlässlichen Geschäftspartnern für
Kreditinstitute machen.

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Originaltext: Landwirtschaftliche Rentenbank
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