WAZ: Totalschaden für die KfW – Kommentar von Thomas Wels
Essen (ots) – Uuups, da waren 300 Millionen Euro weg. Überwiesen
an Lehman Brothers, dummerweise am Tag, als die Bank ihre drei Tage
lang angekündigte Pleite wahr machte. Wäre es nicht so traurig, ginge
es nicht um das Geld der Steuerzahler und die einschlägig
vorbestrafte Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – man könnte fast
schon lachen über diese seltsame Art deutscher Wiederaufbauhilfe für
die Wall Street.
Technische Panne, nennen die Staatsbanker die
Geldvernichtungsaktion. Ist klar. Die Wahrheit ist wohl viel eher so,
dass ein Termingeschäft programmiert worden war, der PC übers
Wochenende aber kein Fernsehen guckte und sich auch sonst kein
Mitarbeiter der Abteilung Risikomanagement an die schlummernde
Überweisung erinnern mochte, derweil die Lehman-Leute ihre Kisten aus
den Büros trugen.
Wie groß der Schaden letztlich sein mag – ob 100, 200 oder 300
Millionen -, für die KfW ist das Überweisungsdings ein Totalschaden
am Image. Der neue Chef Ulrich Schröder hat mächtig viel zu tun.