13:14 | 05.06.2008
Presse: Kartellamt macht Plus und Netto strenge Auflagen
MÜLHEIM/HAMBURG (dpa-AFX) – Beim geplanten Zusammenschluss der beiden
Discounter Plus und Netto macht das Bundeskartellamt den beteiligten Unternehmen
laut Zeitungsberichten strenge Auflagen. Demnach muss Plus 370 seiner bundesweit
2900 Läden verkaufen, wie die “Süddeutsche Zeitung” am Donnerstag berichtet.
Zudem dürften die Muttergesellschaften der Discounter – Edeka und Tengelmann -
anders als von ihnen geplant, nicht gemeinsam einkaufen. Ein Edeka-Sprecher
wollte die Angaben nicht kommentieren. Das Unternehmen sei weiterhin in
Gesprächen mit dem Kartellamt. Auch eine Sprecherin von Tengelmann wollte keine
Stellungnahme zu dem “laufenden Verfahren” geben.
Ebenso wollte sich das Bundeskartellamt nicht äußern. Eine Sprecherin
verwies in Bonn auf den 20. Juni. Bis dahin werde die Behörde ihre Entscheidung
bekanntgeben.
Einwände habe die Behörde auch gegen die geplante Beteiligung von Tengelmann
an einer gemeinsam mit Edeka betriebenen Gesellschaft in Höhe von 30 Prozent,
schreibt die Zeitung. Noch hätten sich die beiden Lebensmittelhändler keine
Meinung gebildet, ob sie auch unter diesen Bedingungen einen Zusammenschluss
ihrer Discount-Töchter anstreben. Die Chancen, dass das Bündnis zustande kommt,
stehen bei 60 bis 70 Prozent, heißt es laut “SZ” in informierten Kreisen.
Die “Lebensmittelzeitung” schreibt unter Berufung auf eigene Informationen,
das Kartellamt habe bereits bei Händlern angefragt, ob Interesse an Plus-Märkten
bestehe. Die Briefe seien unter anderem an Aldi, Lidl, Metro, Rewe und Norma
verschickt worden. Mit 4000 Läden würden Plus und die Edeka-Tochter Netto in
Deutschland über ein ähnlich dichtes Filialnetz verfügen wie Marktführer Aldi.
Die Unternehmen müssen sich in den nächsten Tagen gegenüber dem Kartellamt
erklären./ak/DP/stw
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