1:05 | 26.03.2011
Presse: Regierungsgutachten prognostiziert steigende Strompreise durch Atomkraft
FRANKFURT (dpa-AFX) – Entgegen der Aussagen einiger Bundesminister würde der
Strompreis in Deutschland einem Pressebericht zufolge nicht durch einen
schnellen Atom-Ausstieg steigen, sondern durch ein Festhalten an der Kernkraft.
Grund hierfür sei die Nachrüstung, da die Reaktoren wie nach der Katastrophe in
Japan angekündigt auf höhere Sicherheitsstandards gebracht werden sollen. Das
geht aus dem offiziellen Expertengutachten hervor, das die schwarzgelbe
Bundesregierung ihrem eigenen Energiekonzept zugrunde gelegt habe, berichtet die
“Frankfurter Rundschau” (Samstagausgabe).
Die Arbeitsgemeinschaft Energie der Grünen verweist gegenüber der Zeitung
darauf, dass das Regierungsgutachten der Institute Ewi, Prognos und GWS bereits
mit den weniger scharfen Sicherheitsvorgaben des Bundesumweltministeriums
errechnet habe, dass der Strompreise kaum von der Atomkraft beeinflusst werde.
Beim rot-grünen Atomausstieg wäre er laut der Studie von 21,7 Cent pro
Kilowattstunde (2008) bis 2020 nicht gestiegen und hätte 2030 bei 22,2 Cent/kWh
gelegen. Mit Laufzeitverlängerung und ersten Sicherheitskosten würde ein
Zwei-Personen-Haushalt bis 2020 mit Atomstrom nur 12 Euro im ganzen Jahr sparen.
Spätestens 2030 ergebe sich exakt derselbe Preis – ohne die zuletzt
versprochenen AKW-Nachrüstungen.
Da die Bundesregierung nach der Katastrophe in Japan jedoch angekündigt hat,
die Atom-Sicherheit zu erhöhen, führe das dazu, dass der Atomstrom teurer werde
und so den Strompreis insgesamt erhöhe, sagte Astrid Schneider, Bundessprecherin
der Arbeitsgemeinschaft Energie der Grünen, der “Frankfurter Rundschau”. “Wird
auch nur ein Teil der versprochenen Sicherheitserhöhungen umgesetzt, würde der
Strompreis dadurch mit einer Atom-Laufzeitverlängerung umgehend teurer als bei
einem Atomausstieg”, sagte die Grünen-Politikerin. Es ist Panikmache der
Atomlobby, jetzt zu warnen, dass Strom ohne Kernkraft teurer würde. Das
Gegenteil ist der Fall./stk
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