13:38 | 06.07.2010
Rewe Touristik trotzt Krise und Aschewolke
KÖLN (dpa-AFX) – Auch in der Krise lassen sich die Bundesbürger ihre
Urlaubsfreuden nicht nehmen: Für das laufende Tourismusjahr 2009/10 meldete der
Pauschalreiseveranstalter Rewe Touristik trotz Finanzkrise und Aschewolke
Geschäfts- und Kundenzuwächse. In den ersten acht Monaten sei die Gästezahl um
sechs Prozent und der Umsatz um ein Prozent gestiegen, teilte die Tochterfirma
des Kölner Handelsriesen Rewe am Dienstag mit. Vorstandssprecher Sören Hartmann
rechnet damit, diese Zuwächse bis zum Ende des Geschäftsjahres am 31. Oktober
halten zu können. Die Rewe Touristik sei auf Kurs. Auch Buchungen von Reisen
nach Griechenland, die zuvor massiv eingebrochen waren, zögen seit vier Wochen
wieder kräftig an.
Nach Schätzung der eigenen Marktforschung liegt derzeit der gesamte deutsche
Reisemarkt leicht unter dem Vorjahr. Rewe Touristik habe sich damit erneut von
der Entwicklung der Reisebranche abgekoppelt und ihren zweiten Platz unter den
deutschen Reiseveranstaltern gefestigt, betonte Hartmann. Eine weitere gute
Nachricht hielt für die Urlauber parat: In der kommenden Wintersaison 2010/11
sollen die Deutschland-Preise ebenso stabil bleiben wie Türkei-Reisen. Für
Urlaubsreisen nach Spanien oder Ägypten müssen die Verbraucher im Schnitt um 1
Prozent beziehungsweise bis 2 Prozent mehr zahlen als in der Vorsaison. In
Tschechien und der Slowakei können sie dagegen sogar 10 Prozent sparen.
Die Aschewolke aus Island mit dem vorübergehenden Stopp des Luftverkehrs
über Deutschland und weite Teile Europas habe der Rewe Touristik rund 10
Millionen Euro Kosten verursacht. Das sind weniger als 10 Prozent der gesamten
Kosten, die durch den Vulkanausbruch mit der anschließenden Sperrung der
Lufträume auf die deutsche Reisebranche entfallen war, sagte Hartmann. Mehr als
15.000 gestrandete Gäste habe das Unternehmen binnen zwei Tagen wieder nach
Hause geholt. Der Touristik-Chef kritisierte zugleich ein “missratenes
Krisenmanagement” der Politik und forderte eine einheitliche und gemeinsame
Luftraumüberwachung für die Europäische Union./ls/DP/ang
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