8:39 | 19.03.2010
Rio Tinto und Chinalco rücken enger zusammen – Gemeinsames Projekt in Guinea
LONDON (dpa-AFX) – Knapp ein Jahr nach der gescheiterten
Milliardeninvestition des chinesischen Staatsunternehmen Chinalco beim
australisch-britischen Rohstoffkonzern Rio Tinto rücken
die beiden Unternehmen nun doch enger zusammen. Gemeinsam wollen sie eine
riesige Eisenerzlagerstätte im westafrikanischen Guinea erschließen, wie Rio
Tinto am Freitag in London mitteilte. Beide Seiten hätten eine nicht bindende
Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unterschrieben.
Die Kosten für das Projekt werden Presseberichten zufolge auf rund 12 Milliarden
Dollar geschätzt.
Rio Tinto bringt seine 95-prozentige Beteiligung an der Eisenerzlagerstätte
Simandou in das Joint-Venture ein. Die Chinesen sollen zu 47 Prozent an dem
neuen Unternehmen beteiligt werden und dafür in einem ersten Schritt 1,35
Milliarden Dollar zahlen. Rio Tinto würde nach Abschluss der Transaktion mit
50,35 Prozent immer noch die Mehrheit an der Mine halten, Chinalco 44,65
Prozent. Die übrigen 5 Prozent sind im Besitz der Weltbank. Rio Tinto betonte,
dass für die umfassende Entwicklung noch deutlich höhere Investitionen nötig
seien. Simandou gilt als eines der größten unerschlossenen Eisenerzlagerstätten
weltweit.
“Wir glauben seit langem, dass Rio Tinto und Chinalco zum beiderseitigem
Nutzen bei Großprojekten zusammenarbeiten können”, sagte Rio-Tinto-Chef Tom
Albanese. Im vergangenen Frühsommer waren die Chinesen damit gescheitert, ihren
Anteil an Rio Tinto auszubauen. Das hatte auch die australisch-chinesischen
Beziehungen belastet. Vier Rio Tinto-Mitarbeiter in China wurden unter dem
Verdacht der Wirtschaftsspionage festgenommen. Ihr Prozess soll an diesem Montag
beginnen. China versucht mit Macht, seinen Zugriff auf Rohstoffvorkommen im
Ausland auszubauen. Das beobachten viele europäische Stahlunternehmen mit
Sorge./nl/dct/wiz
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