8:06 | 30.01.2009
Roche kappt Angebot für Genentech-Aktionäre
FRANKFURT (dpa-AFX) – In die sich seit Monaten hinziehende Übernahme der
Biotech-Tochter Genentech durch den Schweizer Pharmakonzern
Roche kommt Bewegung. Roche senke sein öffentliches
Kaufangebot zur Übernahme aller ausstehenden Aktien der US-Tochtergesellschaft
auf 86,50 US-Dollar je Aktie, teilte der Baseler Pharmakonzern am Freitag mit.
Ende Juli 2008 hatte Roche mit seiner Ankündigung für eine Überraschung gesorgt,
den Biotech-Pionier für 89 Dollar je Aktie oder rund 44 Milliarden Dollar
komplett zu schlucken. Der Schweizer Pharmakonzern will sich mit der Übernahme
der restlichen 44 Prozent auch in Zukunft den Zugriff auf dessen
Krebsmedikamente sichern.
ROCHE ZEIGT SICH ENTTÄUSCHT ÜBER MANGELNDE FORTSCHRITTE DER VERHANDLUNGEN
“Wir sind enttäuscht, dass die Gespräche zwischen Roche und dem unabhängigen
Verwaltungsrats-Ausschuss von Genentech während der letzten sechs Monate nicht
zu einer Vereinbarung geführt haben”, wird Roche-Verwaltungsratchef und früherer
Konzernchef Franz Humer in der Mitteilung zitiert. “Die Offerte bietet allen
Aktionären die Möglichkeit, im derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
einen fairen Preis in bar für alle ihre Aktien zu erhalten”, so Humer weiter. Am
Donnerstag waren Genentech-Papiere mit 84,09 Dollar aus dem Handel gegangen.
Eine entsprechende Offerte werde voraussichtlich direkt an alle
Genentech-Aktionäre innerhalb der kommenden zwei Wochen unterbreitet werden.
Roche hält bereits 55,8 Prozent an der Biotech-Tochter, die das lukrative
Krebsmittel Avastin entwickelt hat. Am 13. August 2008 hatte der
Genentech-Ausschuss das Angebot von Roche abgelehnt. Angesichts des fehlenden
Fortschritts in den bisherigen Gesprächen, mit Genentech eine Vereinbarung zu
treffen, habe Roche entschieden, den Aktionären von Genentech direkt ein Angebot
zu unterbreiten.
Die Schweizer, die vor der Genentech-Offerte immer Großakquisitionen
abgelehnt hatten, beabsichtige weiterhin die Transaktion mit eigenen Mitteln,
Geldmarktanleihen, Obligationen und Bankkrediten zu finanzieren. In den
vergangenen Monaten waren Befürchtungen laut geworden, dass die
Fremdfinanzierung angesichts der weltweiten Kredit- und Bankenkrise scheitern
könnte./ep/tw
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