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18:01 | 06.01.2009
ROUDNUP: Bemühungen um Rettungspaket für Qimonda – Darlehensvertrag in Arbeit

DRESDEN (dpa-AFX) – Die Bemühungen zur Rettung des Dresdner
Qimonda-Standortes gehen weiter. Die Gespräche mit Qimonda
und dem Mutterkonzern Infineon würden fortgesetzt, sagte Sachsens
Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Dienstag nach einer Sondersitzung des
Kabinetts. Sachsen stehe zu seiner Zusage von 150 Millionen Euro für die Rettung
des angeschlagenen Chipherstellers. Nach den Finanzierungszusicherungen von
Infineon Technologies und Portugals mit einem Qimonda-Standort solle
nun so schnell wie möglich ein Darlehensvertrag ausgestaltet werden, um eine
Insolvenz abzuwenden. Insgesamt sind 325 Millionen Euro zugesagt.

FURCHT VOR AUSWIRKUNGEN VON INSOLVENZ

Hintergrund der sächsischen Rettungsbemühungen ist die Furcht vor
dramatischen Auswirkungen, die eine Insolvenz von Qimonda auf den
Halbleiterstandort Sachsen mit rund 1.200 Firmen und etwa 40.000 Beschäftigten
haben würde. Ohnehin sollen bis zum Frühjahr im Werk Dresden von rund 3.200
Stellen 950 abgebaut werden. Im Werk München sind es 600. In Dresden werden
Speicherchips auf der Basis der 300- Millimeter-Wafer (Siliziumscheiben)
-Technologie gefertigt. Sie werden in den meisten modernen Prozesstechnologien
eingesetzt. Weltweit sind bei Qimonda 13.000 Menschen beschäftigt. “Unser Ziel
ist es, das Unternehmen so zu positionieren, dass es hinterher überlebensfähig
ist”, sagte Jurk.

Das Rettungspaket war in den Umrissen schon kurz vor Weihnachten vorgestellt
worden. Demnach gibt es für das Dresdner Qimonda Werk Darlehen von insgesamt 325
Millionen Euro. 150 Millionen davon will das Land Sachsen bereitstellen, 75
Millionen Euro die Qimonda-Mutter Infineon (München). Portugal, wo die
Speicherchips aus Dresden in einem weiteren Qimonda-Werk bei Porto vollendet
werden, ist mit 100 Millionen Euro im Rennen.

SACHSEN BEHARRT AUF BEDINGUNGEN DES KABINETTS

Sachsen beharrt auf den Bedingungen, die das Kabinett im Dezember mit seiner
Finanzierungszusage verknüpft hatte. “Man wird sehen, wo im Laufe der
Verhandlungen Abweichungen notwendig sind, und ob sie das Kabinett mitträgt”,
sagte Finanzminister Georg Unland (parteilos). Eine der Bedingungen ist ein
Darlehen von Infineon in gleicher Höhe, wie es der Freistaat Sachsen zugesagt
hat. Jurk und Unland ließen offen, ob die nun zugesagten 175 Millionen Euro von
Infineon und Portugal diese Kondition erfüllten und verwiesen auf die noch
ausstehenden notwendigen Verträge.

Qimonda und Infineon seien zudem in der Pflicht, die Kostenstrukturen des
Unternehmens nachhaltig anzupassen und letztlich eine stimmige
Gesamtfinanzierung bis hin zur geplanten Erweiterung des Dresdner Werkes
vorzulegen. Das Geld werde nur ausgereicht, “wenn wir es auch zurückbekommen”,
betonte Unland./st/DP/gr


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