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16:33 | 07.08.2008
ROUNDUP 2: Demag Cranes punktet mit Industriekranen – Weiter gute Aussichten

(Neu: Aussagen von Konzern- und Finanzchef aus Telefonkonferenz)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Der Kranbauer Demag Cranes hat trotz aller
Konjunktursorgen ein weit über den Erwartungen liegendes drittes Quartal
absolviert. Ausgerechnet mit den Industriekranen, die als das zyklischste
Geschäft im Konzern gelten, haben die Düsseldorfer von April bis Juni gepunktet
und daraufhin ihre Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. “Bis jetzt
sehen wir keinen Abschwung in irgendeiner unserer Sparten”, sagte Konzernchef
Harald Joos am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. “Demag Cranes ist relativ
immun gegen einen Konjunkturabschwung.”

Der Boom im Containerverkehr – an dem Demag mit seinen Hafenmobilkränen
teilhat – hält nach der Meinung des Konzernchefs noch “mindestens drei Jahre”
an. Von einem neuen, vollautomatischen Beförderungssystem verspricht sich Joos
dabei Aufträge im dreistelligen Millionenbereich. Bei den Industriekranen räumte
er Zyklen ein. Der Konzern versuche jedoch, diese durch eine breite Aufstellung
regional und brachenmäßig abzufedern. Für acht bis neun Monate sei die
Auslastung in der Sparte jedoch gesichert. Mögliche Abschwünge soll auch das
dritte Standbein Wartung ausgleichen helfen, das bereits heute für ein Viertel
des Gesamtumsatzes steht und als antizyklisch gilt, müssen doch bei
ausbleibenden Neuanschaffungen die alten Maschinen instand gehalten werden.
Insgesamt ist das Auftragsbuch momentan mehr als eine halbe Milliarde Euro
schwer.

PROGNOSE ANGEHOBEN

Angesichts der guten Ausgangslage traut sich der Konzern im Gesamtjahr nun
sogar zu, mehr als die bislang prognostizierten 125 Millionen Euro beim
bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zu erwirtschaften. Der Umsatz
soll weiter bei rund 1,2 Milliarden Euro herauskommen. “Für das Gesamtjahr ist
nach dem starken dritten Quartal eine Konzern-Umsatzrendite von rund 11 Prozent
absolut realistisch”, sagte Joos. Die Aktie kletterte zum Handelsstart nach
oben, stand zum Nachmittag aber mit 2,30 Prozent im Minus bei 33,91 Euro.
Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, sei eine Prognoseanhebung doch von vielen
Anlegern erwartet worden.

Von April bis Juni konnte Demag Cranes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
das bereinigte EBIT von 21,2 auf 38,7 Millionen Euro steigern. Die neun von der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten lediglich mit 32,7
Millionen Euro gerechnet. Der Überschuss verdreifachte sich fast von 8,8 auf
26,0 Millionen Euro. Der bereinigte Überschuss – die entscheidende Größe für die
Berechnung der Dividende – verdoppelte sich von 11,7 auf 24,8 Millionen Euro. Zu
der Verbesserung trug nicht zuletzt das Sparprogramm in der Hafentechnik bei,
das seinen vollen Effekt wie geplant im kommenden Geschäftsjahr erreichen soll.
Preissteigerungen etwa beim wichtigen Rohstoff Stahl konnte Demag Cranes an
seine Kunden weiterreichen.

AUFTRAGSFLUT BEI INDUSTRIEKRANEN

Beim Umsatz verbesserte sich Demag Cranes im zweiten Quartal von 276 auf 308
Millionen Euro. Gut die Hälfte steuerten die Industriekrane bei. Diese werden
vor allem in Fabrikhallen eingesetzt und gelten deshalb als der
Geschäftsbereich, der als erstes einen Wirtschaftsabschwung zu spüren bekommt.
Doch entgegen aller Befürchtungen verzeichnete Demag Cranes mit 183 Millionen
Euro sogar knapp ein Viertel mehr Bestellungen in der Sparte. Konzernweit legte
der Auftragseingang um knapp ein Fünftel auf 347 Millionen Euro zu. Das
schwächste Feld war dabei noch die Hafentechnik mit nur rund 5 Prozent mehr
Bestellungen. Hier zeigte sich Joos zuversichtlich, dauerhaft im Schnitt doppelt
so stark wachsen zu können.

Den Düsseldorfern kommt zugute, dass sie in den USA als dem Ursprungsland
des Konjunkturabschwungs “weniger als 10 Prozent” ihres Geschäfts machen, wie
ein Sprecher erläuterte. Wichtigste Region ist mit 60 Prozent Europa. Demag
Cranes zieht es jedoch in die Schwellenländer. Der Ausbau des Geschäfts dort sei
“auf einem guten Weg”, sagte Vorstandschef Joos. Zum Ende des abgelaufenen
Geschäftsjahres machte Demag Cranes in den aufstrebenden Staaten 25 Prozent
seines Geschäfts, mittelfristig sollen es 40 Prozent werden. Auch über Zukäufe
denkt das Unternehmen nach. “Wir schauen uns nach ein paar Zielen um”, sagte
Finanzchef Rainer Beaujean. Konkrete Abschlüsse stünden jedoch nicht an./das/fj


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