AGENTURMELDUNGEN

17:31 | 10.12.2008
ROUNDUP 2: Dresdner-Bank-Chef Walter tritt wegen Übernahme Mitte Januar zurück

(Neu: Details zu Integration von Dresdner Bank)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach der Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank
durch die Commerzbank tritt Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter
vorzeitig Mitte Januar zurück. Entgegen früheren Planungen wird der 55-Jährige
auch nicht dem Vorstand des fusionierten Instituts angehören, wie beide
Frankfurter Großbanken am Mittwoch mitteilten. Walter wolle “auf diese Weise
einen klaren und zügigeren Übergang der Verantwortlichkeiten ermöglichen”.

Nach Walters Abgang soll Commerzbank-Chef Martin Blessing, der die
zweitgrößte deutsche Bank erst seit Mitte Mai führt, den Vorstandsvorsitz der
Dresdner bis zur Verschmelzung beider Institute übernehmen. Dies soll dem
Dresdner-Bank-Aufsichtsrat am 22. Dezember zur Beschlussfassung vorgeschlagen
werden. Das Kontrollgremium der Dresdner Bank soll bis zur Verschmelzung
Commerzbank- Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller führen.

ETAPPENZIELE ERREICHT

Wegen der Verschärfung der Finanzmarktkrise hatten sich die Commerzbank und
die Dresdner-Bank-Mutter Allianz am 27. November auf einen beschleunigten
Fahrplan für die größte Transaktion in der deutschen Finanzbranche seit sieben
Jahren geeinigt. Danach wird die Commerzbank die Dresdner schon im Januar
komplett übernehmen, abgeschlossen sein soll der Deal Ende März und nicht erst
Ende 2009. Zudem kostet das Geschäft mit gut 5,1 Milliarden Euro nur etwas mehr
als die Hälfte der zunächst kalkulierten rund 9,8 Milliarden Euro.

Der Commerzbank-Aufsichtsrat stimmte am Mittwoch in einer außerordentlichen
Sitzung dem neuen Fahrplan zu. “Wir kommen mit der Integrationsvorbereitung
weiter zügig voran und haben die Etappenziele für 2008 erreicht”, erklärte
Blessing in einer Mitteilung des DAX-Konzerns. Die Bank erwarte die Genehmigung
der Behörden im Januar.

WEITERE VERÄNDERUNGEN

Bislang war vorgesehen, dass Walter als einziger aus dem Dresdner-
Bank-Vorstand einen Platz in der Führungsebene der neuen Commerzbank bekommt und
dort Marketing-Vorstand wird. Darauf verzichtet Walter nun und scheidet ganz aus
der Bank aus, deren Chef der gebürtige Bayer seit März 2003 war. Walter wird den
Angaben zufolge jedoch weiterhin die bisher für die Allianz-Gruppe
ausgeübten Aufsichtsratsmandate bei internationalen Banken wahrnehmen.

Außer Walter und Stefan Jentzsch scheiden auch die Dresdner-Bank- Vorstände
Andreas Georgi und Franz Herrlein bereits mit dem vollständigen Anteilserwerb
durch die Commerzbank aus ihren Positionen aus. Damit soll der Vorstand der
Dresdner Bank künftig aus folgenden zehn Mitgliedern bestehen: Von
Commerzbank-Seite Martin Blessing, Frank Annuscheit, Markus Beumer, Wolfgang
Hartmann, Achim Kassow und Michael Reuther sowie von Dresdner-Bank-Seite Wulf
Meier, Andree Moschner, Klaus Rosenfeld und Friedrich Wöbking./jb/mt/DP/edh


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