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ROUNDUP 2: Gea schafft Trendwende zum Jahresschluss – moderater Anstieg 2010
(Neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, aktualisierter Aktienkurs)
BOCHUM (dpa-AFX) – Der Maschinenbau-Konzern Gea Group
Schlussquartal 2009 die Trendwende geschafft und rechnet für das laufende Jahr
mit einem stabilen Geschäft. “Nach sieben rückläufigen Quartalen lag der
Auftragseingang im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres fünf Prozent
über dem Vorquartal”, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Donnerstag. Zudem
übertrafen die Bochumer die Gewinnerwartungen der Analysten und wollen ihren
Aktionären eine Dividende von 0,30 nach 0,40 Euro im Vorjahr zahlen. Die
Börsianer freute es. Analysten nahmen den Gewinn und den Ausblick positiv auf.
Die im MDax notierte Aktie legte bis zum Nachmittag 7,17 Prozent auf 16,29 Euro
zu.
Für 2010 erwartet Gea einen “moderaten Anstieg” bei den Aufträgen und eine
Stabilisierung beim Umsatz. Ein moderater Anstieg sei “natürlich eher einer im
einstelligen Prozentbereich”, sagte Oleas in einer Telefonkonferenz. Die Marge
soll im laufenden Jahr das Niveau von 2009 erreichen. Allerdings dürfte es nach
Einschätzung des Vorstands noch zwei bis drei Jahre dauern, bevor der Konzern
die Krisenauswirkungen vollständig überwunden hat und eine langfristig
angepeilte EBIT-Marge von 12 Prozent erreicht. Unklar sei etwa, wie sich die
Wirtschaft in den europäischen Ländern nach dem Auslaufen der
Konjunkturprogramme entwickele. Europa steht für knapp die Hälfte der Umsätze.
Unterdessen wird China immer wichtiger für den Konzern. Das Land dürfte nach
Einschätzung von Oleas in zwei bis drei Jahren Deutschland und die USA als
bislang wichtigste Absatzmärkte des Konzerns ablösen.
ZUKÄUFE IN LEBENSMITTELINDUSTRIE
Gea, dessen Hauptkunden in der Nahrungsmittel und Energiebranche sitzen, ist in
der Vergangenheit stark durch Zukäufe gewachsen. Nach einem eher stillem Jahr
2009 wolle Gea sich dieses Jahr wieder verstärkt auch nach größeren
Akquisitionen mit einem Umsatzvolumen zwischen 200 und 300 Millionen Euro
umschauen, sagte Oleas. Ein Schwerpunkt sei dabei die Lebensmittelindustrie.
Spruchreif sei aber noch nichts.
Die neuerdings in fünf Segmente unterteilten Geschäfte des Konzerns schlugen
sich im vergangenen Jahr höchst unterschiedlich. Während das Farm-Segment unter
den rückläufigen Investitionen in der Milchwirtschaft litt, erholte sich
angeführt von China die Nachfrage aus der Chemie. Gea produziert unter anderem
auch Zentrifugen für die Öl- und Gasindustrie oder die Blutplasma-Aufbereitung.
JAHRESZIELE ERREICHT
Sein Umsatz und Margenziel für das Gesamtjahr erreichte Gea. Auch fiel das Minus
bei Auftragseingang und Umsatz 2009 deutlich geringer aus als allgemein im
deutschen Maschinenbau. Trotzdem kam Gea im vergangenen Jahr nicht um
Stellenstreichungen herum. 2.300 von insgesamt rund 21.000 Mitarbeitern weltweit
mussten im vergangenen Jahr gehen. “Es könnte sein, dass wir an der ein oder
anderen Ecke noch ein bisschen schneiden müssen”, sagte Oleas. Besonders im
Marinegeschäft laufe es wegen stark eingebrochener Schiffsbestellungen nicht
rund. Ein neues, größeres Stellenabbauprogramm sei aber nicht geplant. Der
Stellenabbau kostete den Konzern 65 Millionen Euro. Mit den Entlassungen habe
das Unternehmen auf der anderen Seite aber auch 100 Millionen Euro 2009
eingespart.
In der Zeit zwischen Oktober und Dezember blieben bei Gea zwar der
Auftragseingang mit 1,009 Milliarden Euro und der Umsatz mit 1,191 Milliarden
Euro leicht unter den Analystenschätzungen, dafür lief es operativ mit einem
EBIT von 92,8 Millionen Euro und auch unter dem Strich mit 65,7 Millionen Euro
besser als erwartet für das Unternehmen.
RECHTSSTREIT
Nicht viel Neues gab es zu einem laufenden Rechtsstreit mit Altaktionären.
Bislang konnten sich beide Seiten nicht außergerichtlich einigen. Im
Zusammenhang mit der 1999 übernommenen GEA AG fühlen sich ihre Alt-Aktionäre zu
billig abgespeist und klagen vor dem Dortmunder Landgericht. Der
Maschinenbau-Konzern hatte sich 2005 von MG Technologies auf Gea Group
umbenannt. Für den Fall einer Niederlage hat Gea 189 Millionen Euro
zurückgelegt. “Wir verhandeln, aber nicht um jeden Preis”, sagte Oleas. Gea
würde auch einen Richterspruch anfechten, wenn er nicht im Sinne des
Unternehmens wäre, sagte der Vorstandschef./stb/sk/tw
— Von Stefan Bauer, dpa-AFX —
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