AGENTURMELDUNGEN

11:59 | 28.07.2010
ROUNDUP 2: Infineon-Geschäft brummt – Prognosen erneut angehoben

(Neu: Aktueller Kurs, Analysteneinschätzung im letzten Absatz)

NEUBIBERG (dpa-AFX) – Beim Halbleiterspezialisten Infineon brummt
das Geschäft dank der Konjunkturerholung und der hohen Nachfrage in allen
Bereichen. Aufgrund der starken Zuwächse in den ersten neun Monaten erhöhte
Infineon erneut die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2009/2010 (Ende
September). Beim Umsatz hat Infineon-Chef Peter Bauer jetzt einen Zuwachs von
bis zu 50 Prozent im Blick. Das Wachstum geht dabei nicht auf Kosten des
Gewinns, sondern soll sogar profitabler ausfallen als bislang angekündigt. Damit
erhöht Infineon bereits das dritte Mal die Prognose für das laufende
Geschäftsjahr.

Der Umsatz solle im mittleren bis hohen 40-Prozent-Bereich zulegen, teilte
das im Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Neubiberg mit. Damit
könnte der Umsatz bis auf rund 4,5 Milliarden Euro steigen. Infineon würde damit
die teils hausgemachte und teils konjunkturbedingte Krise, in der die Erlöse bis
auf drei Milliarden Euro gefallen waren und das Unternehmen am Rand des Abgrunds
stand, hinter sich lassen. Bislang hatte Infineon mit einem Umsatzplus von bis
zu 40 Prozent gerechnet.

INVESTITIONEN STEIGEN DEUTLICH

Zudem soll die operative Marge höher ausfallen als bislang angekündigt. “Die
Segmentergebnis-Marge wird voraussichtlich im niedrigen 10-Prozent-Bereich vom
Umsatz liegen”, hieß es in der Mitteilung. Bislang hatte das Unternehmen einen
Wert von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt. Damit könnte das sogenannte
Segmentergebnis, das die operative Entwicklung widerspiegeln soll, auf bis auf
rund 540 Millionen Euro steigen. 2008/09 stand hier noch ein Minus.
Infineon-Chef Peter Bauer sieht sein Unternehmen auf gutem Wege, das ehrgeizige
Ziel einer Marge von 15 Prozent und mehr zu erreichen.

Auch unter dem Strich dürfte es damit auf einen Gewinn hinauslaufen, auch
wenn Abschreibungen auf Anlagen und Sparten das Ergebnis belasten. Diese werden
dieses Jahr allerdings mit etwa 400 Millionen Euro deutlich unter dem Wert des
Vorjahres liegen. Dank der hohen Auslastung der Werke traut sich Infineon zudem
auch wieder zu, mehr zu investieren. “Das Investitionsvolumen für das gesamte
Geschäftsjahr 2010 wird bei über 400 (Vorjahr: 154) Millionen Euro liegen”, hieß
es. Das wären 100 Millionen Euro mehr als bislang angekündigt.

DEUTLICHE ZUWÄCHSE IM DRITTEN QUARTAL

In den vergangenen Jahren hatte Infineon teils herbe Verluste verbucht.
Einen Überschuss auf Jahresbasis erwirtschaftete das im Frühjahr 1999 von
Siemens abgespaltene Unternehmen erst zweimal seit seinem Börsengang
vor rund elf Jahren. Der Halbleiterhersteller litt in der Folge abwechselnd am
Preisverfall bei Speicherchips, einbrechender Nachfrage infolge von
Wirtschaftskrisen oder eigenen Problemen.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um 17
Prozent auf 1,21 Milliarden Euro. Der Überschuss legte um 59 Prozent auf 126
Millionen Euro zu – damit schrieb der lange sorgengeplagte Halbleiterkonzerns
das vierte Quartal in Folge schwarze Zahlen. Beim Segmentergebnis verzeichnete
Infineon ein Plus von 48 Prozent auf 163 Millionen Euro. Bei allen Werten
übertraf Infineon die Prognosen der Experten deutlich.

AKTIE LEGT DEUTLICH ZU

Die im Dax notierte Aktie legte am späten Mittwoch bis zum Mittag
rund 2,5 Prozent auf 5,18 Euro zu. Ohnehin gehört das Papier, das Anfang 2009
zeitweise noch weniger als 50 Cent gekostet hat, zuletzt zu den Gewinnern am
Aktienmarkt. In den vergangenen zwölf Monaten verteuerte sich die Aktie um mehr
als 80 Prozent. Commerzbank-Experte Thomas Becker sieht sich nach den Zahlen in
seiner Kaufempfehlung bestätigt. Das Wachstum setze sich fort, schrieb er in
einer Studie. Die Zahlen hätten die Erwartungen übertroffen und Infineon nähere
sich den langfristigen Margenzielen./zb/fn/wiz


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