12:05 | 10.11.2008
ROUNDUP 2: Manz bestätigt Prognose – Bei Umsatz- und Ergebnis unter Erwartung
REUTLINGEN (dpa-AFX) – Der Solar- und LCD-Maschinenhersteller Manz
Automation hat in den ersten neun Monaten des Jahres kräftig zugelegt
und seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. “Wir müssen beim Umsatz noch
eine Schippe drauflegen, aber wenn alles planmäßig verläuft, dann erreichen wir
das auch”, sagte Martin Hipp, Finanzvorstand des TecDAX-Neulings, am
Montag in Reutlingen. Stornierungen von Kundenseite – etwa wegen der Finanzkrise
- gebe es nicht. “Alle Aufträge sind nach wie vor werthaltig.”
Die Erlöse sollen bis Ende des Jahres auf 235 bis 240 Millionen Euro
steigen. Der Auftragseingang sei gut und die Auslastung bis zur Jahresmitte 2009
gesichert. Zugleich soll die EBIT-Marge in etwa das Niveau der ersten neun
Monate erreichen. Diese hatte bei 11,8 Prozent gelegen nach 13,4 Prozent im
Vorjahreszeitraum. Als Grund für den Rückgang nannte Manz die Konsolidierung der
in diesem Jahr akquirierten Firmen. Die Aktie drehte am Vormittag ins Minus und
verlor bis kurz vor Mittag in einem sehr freundlichen Marktumfeld um 0,57
Prozent auf 73,10 Euro. Marktteilnehmer äußerten sich zwar positiv über die
bestätigte Prognose, zeigten sich aber vom ausgewiesenen Umsatz enttäuscht.
MARGE SOLL 2009 STEIGEN
Manz kaufte drei Unternehmen zu – in Tübingen, in der Slowakei und in
Taiwan. “Die neuen Unternehmen waren noch nicht in der Solarbranche tätig”,
erklärte Hipp den Margen-Rückgang. Taiwan etwa habe Maschinen für die
Halbleiterindustrie hergestellt, Tübingen hatte Verpackungsmaschinen im
Sortiment. “Da waren die Margen viel niedriger als im Solarbereich. Nun haben
wir begonnen, das Produktionsprogramm umzustellen.” Für 2009 verspricht Manz
eine Steigerung der Marge. “Insbesondere im zweiten Halbjahr sollten wir eine
Steigerung hinbekommen”, sagte Hipp. Für eine genaue Prognose sei es noch zu
früh.
In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz von 46,8 auf rund 159 Millionen
Euro. Analyst Götz Fischbeck von der BHF Bank sprach von einem Umsatz deutlich
unter den Erwartungen. Für das vom Unternehmen bekräftigte Jahresziel erwartet
der Experte allerdings keine böse Überraschung, auch wenn es auf den ersten
Blick nicht leicht erreichbar aussehe. “Es muss ein Rekordquartal folgen, um das
Jahresziel zu erreichen. Der Vorstand sollte Mitte November aber wissen, wie der
Vorlauf aussieht und was in den letzten sechs Wochen noch ausgeliefert wird.”
ENGAGEMENT IM AUSLAND WIRD AUSGEWEITET
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verdreifachte sich bis September
von 6,3 auf 18,8 Millionen Euro. Unter dem Strich legte Manz auf 14,1 Millionen
Euro zu, im Vorjahreszeitraum hatte es einen Nachsteuergewinn von 6,44 Millionen
Euro gegeben.
In der Zukunft will Manz sein Engagement im Ausland ausweiten, etwa in den
arabischen Ländern und in Indien sowie in den USA. Geplant sind neue Vertriebs-
und Service-Standorte, aber keine neue Produktion. “An unseren
Produktionsstandorten in der Slowakei und in Ungarn haben wir noch
Ausbaukapazitäten.” Für Werke in den USA und in Indien gebe es zwar Ideen, aber
keine konkreten Pläne. Vorstandschef Dieter Manz hatte im September gesagt,
künftig wolle man vermehrt auch dort produzieren, wo verkauft wird – angesichts
des boomenden Marktes auch in Asien. In Taiwan etwa baut Manz im Zuge der
jüngsten Übernahme eine neue Produktion auf./sc/tw
|