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13:01 | 26.10.2010
ROUNDUP 2: Puma will wieder angreifen

(neu: Aussagen aus der Konferenz)

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) – Der Sportartikelhersteller Puma hakt
die Krise ab und will im kommenden Jahr wieder zulegen. Bis 2015 werde der
Konzernumsatz pro Jahr im hohen einstelligen Bereich wachsen, kündigte
Vorstandschef Jochen Zeitz am Dienstag bei der Vorstellung der künftigen
Unternehmensstrategie in Herzogenaurach an. In fünf Jahren sollen die Erlöse die
Marke von vier Milliarden Euro erreichen. Ursprünglich sollte diese Zielmarke
bereits 2010 geknackt werden, so sah es zumindest die 2005 formulierte Planung
vor. Doch dann machten zunächst ein schwacher US-Markt und schließlich die
weltweite Wirtschaftskrise dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. “Wir
mussten von Expansions- auf Sicherheitsmodus umstellen und größere Investitionen
zurückhalten”, erklärte Zeitz.

Die Auswirkungen der Krise sind inzwischen weitgehend verdaut. Bei der
Vorlage der Geschäftszahlen zum dritten Quartal hob der vom französischen
Luxusgüterkonzern PPR kontrollierte Sportartikelhersteller seine Umsatzprognose
für das laufende Jahr an. Statt um einen kleinen bis mittleren einstelligen
Prozentsatz soll der Konzernumsatz 2010 nun im mittleren bis hohen einstelligen
Prozentbereich zulegen. Die im MDax notierte Aktie zeigte sich von
den Nachrichten unbeeindruckt. Gegen Mittag lag sie nahezu unverändert bei
250,50 Euro.

WACHSEN AUS EIGENER KRAFT

Das mittelfristige Umsatzziel von vier Milliarden Euro sei ambitioniert,
aber durchaus machbar, sagte Zeitz. 2009 hatte Puma 2,5 Milliarden Euro
erwirtschaftet. Erreichen will das Unternehmen sein Ziel in erster Linie durch
eigene Kraft. Gleichzeitig seien aber auch kleinere Zukäufe im zwei- bis
dreistelligen Millionenbereich denkbar. “Wir werden dabei aber sehr selektiv
vorgehen”, sagte Zeitz. In der Vergangenheit hatte Puma immer wieder neue
Sportkategorien erschlossen, zuletzt kamen Segeln und durch die Übernahme von
Cobra auch Golf hinzu. Konzentrieren will sich das Unternehmen künftig aber auf
seine Kernkategorien zu denen Teamsport, Running, Training, Fitness, Motorsport
sowie das Segment Lifestyle zählen.

Wachstumstreiber sollen neben etablierten Märkten wie den USA, Deutschland,
Frankreich oder Japan zunehmend die Schwellenländer werden. Puma setzt seine
Hoffnungen vor allem auf China, Indien, Brasilien, Korea oder Mexiko. Bei den
verschiedenen Vertriebskanälen soll dem Onlinehandel wachsende Bedeutung
zukommen.

Puma gehört mehrheitlich zum französischen Konzern PPR, der seinen Anteil
erst kürzlich auf mehr als 71 Prozent ausgebaut hat. Dem Mehrheitsaktionär
schwebt vor, dass Puma das Herzstück eines Sport- und Lifestyle-Portfolios wird,
dessen Aufbau Puma-Chef Zeitz überwachen soll. Für das Herzogenauracher
Unternehmen muss dann ein neuer Vorstandschef gesucht werden. Die Suche dafür
läuft. Der Nachfolger von Zeitz kann den Angaben zufolge sowohl von außen als
auch aus den eigenen Reihen kommen.

DRITTES QUARTAL

Im dritten Quartal schnitt Puma überraschend gut ab. Der Umsatz stieg um
16,5 Prozent auf 784,3 Millionen Euro. Zum Halbjahr hatte der Konzern noch einen
ausgeglichenen Umsatz vorgelegt. Neben Währungseffekten machte sich im dritten
Quartal die Erholung der Märkte in Nord- und Südamerika sowie Asien positiv
bemerkbar. Währungsbereinigt lag das Plus bei 6,5 Prozent.

Der Konzerngewinn verbesserte sich dank Kostensenkungen um 14,2 Prozent auf
77,6 Millionen Euro. Operativ verdiente der Adidas-Konkurrent 113
Millionen Euro und damit 15,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des
Vorjahres. 2010 soll das operative Ergebnis bereinigt um Sonderfaktoren im
Vergleich zum Vorjahr wachsen. Zum Nettoergebnis machte Puma keine Angaben.
Bekannt ist aber seit Montag, dass im vierten Quartal Einmalbelastungen von bis
zu 30 Millionen Euro anfallen können. Diese stehen im Zusammenhang mit
Unregelmäßigkeiten bei einem Gemeinschaftsunternehmen in Griechenland.

Puma zufolge haben griechische Partner Geld veruntreut, wodurch für den
Konzern Abschreibungen anfallen und eine Restrukturierung der griechischen
Tochter notwendig wird. Weitere Belastungen könnten sich aus einem Rechtsstreit
mit einem früheren spanischen Lizenznehmer ergeben. Puma zeigte sich am Dienstag
aber zuversichtlich, als Sieger aus der Auseinandersetzung
hervorzugehen./she/stw/wiz


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