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ROUNDUP 2: United Internet fällt im DSL-Geschäft zurück – Gewinnplus
(Neu: Details)
MONTABAUR (dpa-AFX) – Der Internetdienstleister United Internet
ist im Wettbewerb um DSL-Kunden zurückgefallen. Im abgelaufenen Jahr nahm die
Gesellschaft statt der zuvor angepeilten 500.000 DSL-Neukunden nur 400.000
Menschen neu unter Vertrag, wie die im TecDAX notierte Gesellschaft
am Dienstag in Montabaur mitteilte. Rivale Arcor kam zugleich auf 650.000
Breitbandkunden. Der schwächere Zuwachs schlug sich aber aus Sicht von Experten
positiv auf das Ergebnis nieder, da die Kosten für die Gewinnung neuer Kunden
geringer ausgefallen seien.
Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich um
zwei Drittel auf 73,3 Millionen Euro, womit United Internet (1&1, GMX, WEB.DE)
die eigene Prognose und die Erwartung der Experten erfüllte. Der Umsatz wuchs um
ein Viertel auf 414,3 Millionen Euro und der Überschuss von 27,4 Millionen auf
38,8 Millionen Euro. Vorstandschef Ralph Dommermuth äußerte sich zufrieden über
den Geschäftsverlauf: “Wir konnten Umsatz und Ergebnis zu neuen Rekordmarken
führen und die besten Werte unserer Firmengeschichte erzielen.” Wichtiger
Ergebnistreiber ist das Webhosting-Geschäft, also die Verwaltung von
Internetseiten. Einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr will Dommermuth
auf der Bilanzpressekonferenz am 4. April liefern.
DOMMERMUTH: TELEKOM SCHULD AN SCHWACHEM BREITBANDGESCHÄFT
Die schwache Entwicklung im Breitbandgeschäft führte der Unternehmensgründer
auf Verzögerungen bei der Telekom zurück. “Der Grund für das langsamer
als geplante Wachstum sehen wir vor allem in zu langen Aktivierungszeiten der
Deutschen Telekom bei der Bereitstellung von Hausanschlüssen.” In
Branchenkreisen hieß es indes, dass die Probleme bei der Telekom nur für einen
geringen Umfang für den schwachen Zuwachs verantwortlich sein könne, da
branchenweit nur ein Rückstand von 100.000 gemeldet worden sei.
Der Wettbewerb auf dem deutschen Breitbandmarkt hatte im vergangenen Jahr an
Intensität zugenommen, nachdem die Telekom ihre Preise massiv gesenkt hatte. Die
Kosten pro Neukunden liegen nach Angaben von Versatel-Chef Peer Knauer zum Teil
bei über 600 Euro. United Internet äußerte sich nicht zu den Kosten für
Kunden-Gewinnung.
AKTIE NOTIERT DEUTLICH FESTER
Vor diesem Hintergrund hat sich United Internet für eine Konsolidierung der
Branche gerüstet. So ist die Gesellschaft maßgeblich an den Konkurrenten Freenet
und Versatel beteiligt. Während sich Dommermuth über seine
Pläne ausschweigt, brachte Versatel-Chef Knauer eine Kombination der drei
Unternehmen ins Spiel. Langfristig könne er sich “einen größeren Verbund mit
Versatel, Freenet , United Internet und Telefonica
vorstellen”, sagte Knauer der “Financial Times Deutschland” (Dienstagausgabe).
Dieser würde ein Gegengewicht zur Telekom und Vodafone-Arcor
setzen.
An der Börse legte die Aktie von United Internet bereits vor der Vorlage der
Bilanz deutlich zu, gab danach aber einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Zuletzt
notierte die Aktie 4,8 Prozent fester./mur/he
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