15:31 | 26.02.2010
ROUNDUP 2: Wirbel um Paypal-Pflicht bei Ebay – Kartellamt untersucht
DÜSSELDORF/BONN (dpa-AFX) – Das Bundeskartellamt hat nach Beschwerden von
Verbrauchern eine Untersuchung der neuen Nutzerrichtlinien beim
Internet-Auktionshaus Ebay eingeleitet. Ebay verpflichtet
seit Donnerstag mehr Verkäufer, auch den konzerneigenen Bezahldienst Paypal als
Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Das Bundeskartellamt prüft, ob das
Internet-Unternehmen dadurch einen Wettbewerbsverstoß begeht. Die Untersuchungen
seien aber fernab von jeglichen Verfahren und noch in einem sehr frühen Stadium,
sagte Kay Weidner, Sprecher des Kartellamts, der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Ebay teilte mit, man begrüße die Möglichkeit, mit dem Bundeskartellamt in
Dialog zu treten. Das Unternehmen sei bereits vor dem Start der neuen Regelungen
in Kontakt mit der Behörde getreten, hieß es. Aus Sicht von Ebay profitieren
kleine und Gelegenheitsverkäufer von den neuen Bestimmungen. Die sichere
Zahlungsmethode solle das Vertrauen der Käufer erhöhen und die Angebote
attraktiver machen.
VOR ALLEM PRIVATNUTZER BETROFFEN
Seit Donnerstag verpflichtet Ebay alle Verkäufer mit weniger als 50
Bewertungspunkten, optional auch Paypal als Zahlungsweg anzubieten. Dies
betrifft vor allem private Anbieter und Gelegenheitsnutzer.
“Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl schlechter Kauferfahrungen
bei Angeboten von Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten doppelt so
hoch liegt wie durchschnittlich auf dem Ebay-Marktplatz”, argumentierte das
Unternehmen. Viele Käufer vermieden es deshalb, Waren von
Gelegenheits-Verkäufern zu ersteigern. Mit der optionalen Zahlungsabsicherung
über Paypal würden die Angebote für Käufer jetzt wesentlich attraktiver.
ZUSÄTZLICHE KOSTEN
Kritiker befürchten allerdings Nachteile und steigende Kosten für kleine
Händler. Bei der Nutzung von Paypal entstehen den Online- Verkäufern zusätzliche
Gebühren. “Die immer wieder angeführten Gebühren in Höhe von 3,9 Prozent vom
Verkaufspreis entstehen aber nur bei Verkäufen ins Ausland außerhalb Europas”,
sagte Maike Fuest von Ebay. Innerhalb von Europa würden für die Zahlung über
Paypal 1,9 Prozent des Verkaufspreises fällig.
Die Beschwerden beim Bundeskartellamt hatten sich dennoch gehäuft. “Für uns
ist jede Beschwerde Anlass, uns eine Sache anzusehen”, sagte Weidner. Die
Behörde gehe aber davon aus, dass es keinen Anlass für ein formelles Verfahren
geben wird. 2008 hatte das Bundeskartellamt bereits die damals erweiterte
Paypal-Pflicht für gewerbliche Händler geprüft, jedoch keine weiteren Schritte
eingeleitet./rg/fn/DP/stw
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