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17:17 | 20.02.2009
ROUNDUP 2/Hertie-Zukunft ungewiss: Rettung möglich oder Gespräche gescheitert?

LONDON (dpa-AFX) – Die Zukunft der insolventen Warenhauskette Hertie steht
auf Messers Schneide: Während der Hertie-Besitzer MABV die Rettungsgespräche am
Freitag für gescheitert erklärte, zeigte sich der vorläufige Insolvenzverwalter
zuversichtlich, einen neuen Investor zu finden. Gleichzeitig warfen sich beide
Seiten vor, den Fortbestand des Traditionsunternehmens mit seinen rund 3.000
Mitarbeitern im Streit um die Höhe der Immobilien-Mieten zu gefährden.

Bei den Verhandlungen geht es um 58 Immobilien, die die niederländische
Mercatoria Acquisitions BV (MABV) besitzt und an Hertie verpachtet. Die
Pachtverträge für die 58 Häuser hatte MABV am 19. Januar gekündigt, weil Hertie
seit Insolvenz-Anmeldung im vergangenen Juli keine Mieten gezahlt hat. Seither
wurde das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet.

MABV griff den vorläufigen Insolvenzverwalter Biner Bähr scharf an: Ihm sei
es nicht gelungen, einen Investor für Hertie zu finden. “Daher haben die
Eigentümergesellschaften nunmehr festzustellen, dass keine Basis für konkrete
Vertragsabschlüsse besteht”, erklärte MABV.

Bähr befindet sich nach eigenen Angaben im Gespräch mit mehreren möglichen
Investoren. “Wenn es gelingt, die Mieten für die Warenhäuser auf ein
marktübliches Niveau zu senken, bin ich mir sicher, dass einer der Interessenten
auch anbeißt”, sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Falls die Senkung der Mieten nicht gelinge, sei der Fortbestand des Unternehmens
weiter in Gefahr. Bis Anfang März rechne er mit einer Entscheidung.

Laut Bähr soll es schon am kommenden Mittwoch ein Gespräch mit einem der
Interessenten und dem Land Nordrhein-Westfalen über eine mögliche Bürgschaft
geben. Den Namen des Interessenten wollte Bähr nicht nennen. Ein Sprecher des
Wirtschaftsministerium in Düsseldorf bestätigte lediglich Gespräche mit dem
vorläufigen Insolvenzverwalter ohne Einzelheiten zu nennen.

Hertie-Eigentümer MABV will nach eigenen Angaben dagegen nun selbst neue
Investoren für die Hertie-Standorte suchen. “Wir haben eine Vielzahl von
Anfragen zahlungskräftiger und zahlungswilliger Mieter und Käufer für die
Standorte.” Allerdings wäre es MABV lieber gewesen, die Mietverhältnisse mit
einem Investoren fortzusetzen, der Hertie und die Belegschaft übernommen hätte.

Bähr hatte bei einem letzten Treffen mit MABV einen Schweizer Investoren zum
Kauf der Warenhauskette ins Gespräch gebracht. Dieser wolle allerdings nur
einsteigen, wenn die Einnahmen in den Läden um zehn Prozent steigen und er
Unterstützung aus Steuermitteln bekomme./dö/DP/she


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