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11:42 | 11.01.2013
ROUNDUP 2/Kreise: Mirow rückt für Kopper an Aufsichtsratsspitze der HSH Nordbank

HAMBURG/KIEL (dpa-AFX) – Der frühere Hamburger Senator Thomas Mirow wird
Insidern zufolge neuer Aufsichtsratschef der HSH Nordbank. Das erfuhr die
Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der HSH-Anteilseigner. Mirow wird Nachfolger
von Hilmar Kopper, der seinen Posten vorzeitig spätestens zum Ende des kommenden
Monats abgibt.

Der 77-jährige Kopper sollte eigentlich bis zum kommenden Jahr den
Aufsichtsrat der HSH Nordbank führen. Der frühere Deutsche-Bank-Chef war zuletzt
von Oppositionspolitikern aus Kiel und Hamburg öffentlich angefeindet worden.
Kritik rief vor allem der abrupte Wechsel im Vorstandsvorsitz von Paul Lerbinger
zu Constantin von Oesterreich hervor sowie der vor zwei Jahren abgeschlossene
Aufhebungsvertrag mit dem früheren Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher.

Den Entschluss zu seinem Rückzug habe Kopper dem Vorstandsvorsitzenden von
Oesterreich bereits Mitte Dezember 2012 mitgeteilt und gleichzeitig die
Anteilseigner über die Amtsniederlegung informiert, heißt es in einer Mitteilung
der HSH Nordbank.

Der 60-jährige Nachfolger Mirow hat in seiner Karriere eine Vielzahl von
wichtigen Ämtern in Hamburg, auf Bundesebene und international wahrgenommen. Er
war unter anderem Hamburger Wirtschaftssenator, Staatssekretär im
Bundesfinanzministerium und zuletzt Präsident der Europäischen Bank für
Wiederaufbau und Entwicklung (Osteuropabank). Eine angestrebte Wiederwahl für
diese Position verpasste Mirow im Mai vergangenen Jahres knapp.

Die HSH Nordbank war 1998 in den Strudel der Finanzkrise geraten und nach
Milliardenverlusten mit großen Anstrengungen von Hamburg und Schleswig-Holstein
vor der Pleite gerettet worden. Nachdem sich die Bank zunächst zu stabilisieren
schien, ist sie im vergangenen Jahr abermals in schweres Fahrwasser geraten, vor
allem wegen der Krise in der Schifffahrt. In den ersten neun Monaten des
vergangenen Jahres betrug der Verlust lediglich 25 Millionen Euro, bis zum
Jahresende dürfte sich dieser Betrag jedoch noch einmal deutlich erhöht haben.

Die Bank muss sich wegen Auflagen der EU-Kommission auf ungefähr die Hälfte
ihrer früheren Größe verkleinern und benötigt mehr Eigenkapital, um nicht die
vorgeschriebenen Kapitalquoten zu unterschreiten. Die Länder überlegen deshalb,
ihre Garantien für die Bank von derzeit sieben wieder auf zehn Milliarden Euro
aufzustocken. Das könnte jedoch ein neues Beihilfeverfahren bei der EU in Gang
setzen. Zudem hängen der Bank noch Vorgänge aus der Vergangenheit nach – mehrere
Staatsanwaltschaften haben wegen Unregelmäßigkeiten frühere Vorstände im Visier,
die die Vorwürfe jedoch zurückweisen./wsz/egi/DP/stw


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