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13:44 | 09.08.2011
ROUNDUP 3: Heidelberger Druck verringert Verlust – Ausblick steht

(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, aktualisierter Aktienkurs)

HEIDELBERG (dpa-AFX) – Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller
Heidelberger Druck ist auf dem Weg zu einem ausgeglichenen
Vorsteuerergebnis nur einen kleinen Schritt vorangekommen. Im ersten
Geschäftsquartal bis Ende Juni verringerten die Heidelberger ihren Verlust aus
der betrieblichen Tätigkeit von 35 Millionen Euro im Vorjahr auf 25 Millionen
Euro. Der Vorsteuerverlust sank von 55,8 auf knapp 47 Millionen Euro, wie das
Unternehmen am Dienstag mitteilte. Geringere Zinskosten und eine gesunkene
Verschuldung nach einer Kapitalerhöhung trugen zum besseren Abschneiden bei.

Nachdem die Aktien am Morgen in einem schwachen Markt zeitweise kräftig
verloren hatten und zu den schwächsten Werten im MDax gehörten,
notierten sie am frühen Nachmittag mit 0,83 Prozent im Plus. Während Börsianer
sich von den Gewinnzahlen enttäuscht zeigten, werteten sie den bestätigten
Ausblick positiv.

Die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur sei schwer vorherzusehen, sagte
Vorstandschef Bernhard Schreier. “Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage und des
anhaltend hohen Wirtschaftswachstums im chinesischen Markt gehen wir jedoch
davon aus, dass die regionalen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von
Heidelberg nur temporär sind.” Mögliche Effekte aus den derzeitigen Turbulenzen
seien für Heideldruck noch nicht absehbar, sagte Schreier in einer
Telefonkonferenz. Bisher hätten die Kunden keine Aufträge storniert. Positiv
stimme das volle Auftragsbuch etwa in China und dass trotz der aktuellen
Unsicherheiten etwa der Markt für Gebrauchtmaschinen “leergekauft” sei.

Im laufenden Geschäftsjahr will das Unternehmen bei einer stabilen
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis
abliefern. Damit diese Kennziffer im Quartal schwarz wird, ist laut
Finanzvorstand Dirk Kaliebe ein Umsatz von rund 650 Millionen Euro nötig. Mit
den 554 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahresviertel ist der Konzern davon
noch ein gutes Stück entfernt. Über den Umsatz und den Auftragseingang von 655
Millionen Euro hatte das Unternehmen bereits vorab berichtet. Hier zeigte sich,
dass die Heidelberger wegen ungünstiger Währungseffekte und der
Erdbebenkatastrophe in Japan bei der Umsatzentwicklung an Fahrt verloren haben.

In der weltweiten Wirtschaftskrise hatte sich das Unternehmen seine
Finanzierung nur noch mit Bankkrediten, einer öffentlichen Bürgschaft und einem
strikten Sparkurs samt Abbau von rund 4.500 Stellen sichern können.
Mittelfristig will Heideldruck einen Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro
schaffen. 2010/2011 erwirtschaftete der Konzern mit rund 15.800 Mitarbeitern
einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Quartal verringerte sich
die Mitarbeiterzahl um 110 auf 15.718. Im Juli arbeiteten laut Schreier noch
rund 1.000 Mitarbeiter an drei Tagen im Monat kurz./stb/stw/wiz


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