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9:42 | 26.10.2011
ROUNDUP: Air Berlin kann Sinkflug im Sommer nicht stoppen

BERLIN (dpa-AFX) – Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin
hat ihren Sinkflug auch im wichtigen Sommerquartal nicht stoppen können. Der
Umsatz legte zwar dank der Übernahme der österreichischen Fluglinie Niki um elf
Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am späten Dienstagabend
mitteilte. Doch der operative Gewinn sackte um fast die Hälfte auf 97 Millionen
Euro zusammen. Nun will sich Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft neues
Geld beschaffen. Eine neue Anleihe soll bis zu 150 Millionen Euro einbringen.

Die Air-Berlin-Aktie startete am Mittwoch kaum verändert in den Handel.
Zuletzt lag das Papier mit 0,26 Prozent im Minus bei 2,638 Euro. Insgesamt
könnten die Nachrichten den Kurs zwar erst einmal belasten, sagten Händler an
der Börse. Allerdings hänge die Messlatte für die Gesellschaft ohnehin nicht
sehr hoch, und die Anleger seien mittlerweile schlechte Nachrichten gewohnt.

Das Sommerquartal ist für Air Berlin besonders wichtig. Die Fluglinie
erzielt einen Großteil ihres Geschäfts mit den Reiseveranstaltern, für die
zwischen Juli und September Hochsaison herrscht. Die Konzernspitze um den neuen
Vorstandschef Hartmut Mehdorn machte für den Gewinnrückgang bereits die zu
Jahresbeginn eingeführte Ticketsteuer sowie den anhaltend hohen Ölpreis
verantwortlich.

Air Berlin hatte nach anhaltenden Verlusten Ende August die Reißleine
gezogen. Der Unternehmensgründer und bisherige Vorstandschef Joachim Hunold nahm
seinen Hut. Der bisherige Aufsichtsratschef Mehdorn übernahm das Steuer. Nun
will Air Berlin die Flotte von 170 auf 152 Maschinen zusammenstreichen,
unrentable Verbindungen fallen weg. Zudem nimmt das Unternehmen bereits
bestellte Flugzeuge von Boeing und der EADS
-Tochter Airbus erst später ab.

Mit der neuen Anleihe will sich Air Berlin zunächst bis zu 100 Millionen
Euro zu einem Zins von 11,5 Prozent besorgen. Sie soll am 1. November ausgegeben
und drei Jahre später zurückgezahlt werden. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis
diesen Freitag (28. Oktober). Insgesamt kann das Volumen auf bis zu 150
Millionen Euro steigen. Danach will Air Berlin die Gläubiger einer Wandelanleihe
aus dem Jahr 2007 auffordern, ein Angebot zum Verkauf ihrer
Teilschuldverschreibungen auszugeben./stw/jha/tw


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