17:20 | 09.01.2012
ROUNDUP: Alteigentümer geben Manroland 24 Millionen Euro
FRANKFURT/MAIN (dpa-AFX) – Beim insolventen Druckmaschinenhersteller
Manroland sind die Alteigentümer Allianz und MAN offenbar zu
millionenschweren Zugeständnissen bereit. Nach Informationen der IG Metall haben
sie sich verpflichtet, mit einem Sockelbetrag von 24 Millionen Euro
Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zu unterstützen. Über sie
sollen nicht mehr benötigte Beschäftigte qualifiziert und in andere Jobs
vermittelt werden.
Entsprechende Zusagen hätten Vorstandsmitglieder beider Unternehmen dem
Insolvenzverwalter Werner Schneider und dem stellvertretenden Aufsichtsratschef
Jürgen Kerner gemacht, berichtete die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt.
“Beide Unternehmen haben nach konstruktiven Gesprächen erklärt, dass sie
Arbeitnehmer von Manroland, die nach einer Insolvenz nicht weiterbeschäftigt
werden können, nicht im Regen stehen lassen werden und sich an möglichen
Lösungen finanziell beteiligen werden”, erklärte der Gewerkschafter Kerner laut
einer Mitteilung. Beide Konzerne stellten sich ihrer Mitverantwortung für die
Arbeitnehmer von Manroland. Die Höhe der zugesagten Zahlungen stelle einen
Kompromiss dar.
Die IG Metall rechnet mit einem Verlust vieler Arbeitsplätze an den drei
Standorten des Druckmaschinenherstellers in Augsburg, Offenbach und Plauen. Nach
jüngsten Angaben beschäftigt Manroland an den drei Inlandsstandorten weniger als
5000 Menschen, weltweit sind es rund 6500.
Hoffnung zumindest für das Offenbacher Werk haben millionenschwere
Großaufträge aus China geweckt. Der Wert von drei Aufträge liege zusammen im
unteren zweistelligen Millionenbereich, berichtete das Unternehmen.
Die Manroland AG hatte Ende November vergangenen Jahres Insolvenz
angemeldet, nachdem die Haupteigner Allianz und MAN dem verlustreichen
Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten. Der Insolvenzverwalter Schneider will
bis zum Ende des vorläufigen Insolvenzverfahrens am 31. Januar 2012 wesentliche
Teile des Unternehmens verkaufen, um den Geschäftsbetrieb fortzuführen und
möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern.
Kerner verlangte mehr Unterstützung von der Politik. “Jedes neue Unternehmen
braucht finanzielle Unterstützung in Form von Bürgschaften oder Krediten und
dies ohne monatelange Prüfung der Konzepte”, erklärte das
IG-Metall-Vorstandsmitglied. Die Wirtschaftsminister und Ministerpräsidenten der
beteiligten Länder Bayern, Hessen und Sachsen seien hier in der Pflicht./DP/fn
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