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10:01 | 01.10.2014
ROUNDUP: Bahn bekommt Entschädigung für Karbon-Kartell

BERLIN (dpa-AFX) – Die Deutsche Bahn hat in einem weiteren Kartellverfahren Schadenersatz von wichtigen Lieferanten erstritten. Dabei geht es um Karbonbürsten, die vier Unternehmen von 1988 bis 1999 geliefert hatten. “Wir haben uns auf Grundsätze eines Vergleichs geeinigt”, sagte der leitende Kartellermittler des Konzerns, Tilman Makatsch, der Nachrichtenagentur dpa.

Mit mehreren europäischen Staatsbahnen hatte die Bahn vier Hersteller vor einem Londoner Gericht auf Schadenersatz in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verklagt, der Bahn-Anteil liegt bei 80 Prozent. Über die Höhe der Entschädigung haben beide Seiten Schweigen vereinbart. Karbonbürsten werden für Stromabnehmer an Elektroloks benötigt.

Es ist nur ein Fall von bis zu 65, in denen die Bahn nach eigenen Angaben von Kartellen betroffen ein könnte. Sie geht von einem Schaden von insgesamt bis zu einer Milliarde Euro aus – plus Zinsen. Bis Juni waren davon 200 Millionen Euro eingetrieben, so etwa im Fall des Schienenkartells um überteuerte Gleise.

Der Konzern hat dazu eine Spezialabteilung gegründet. “Unser Ziel ist es, dass sich in einigen Jahre kein Lieferant mehr traut, der DB überteuerte Produkte anzubieten”, sagte Makatsch im dpa-Interview. Momentan kämpfe das Unternehmen in 20 Fällen um Schadenersatz.

Opfer von Preisabsprachen wurde die Bahn mit ihrem jährlichen Einkaufsvolumen von rund 25 Milliarden Euro nach eigenen Angaben auch bei Spannstahl für den Betonbau, bei Bahnsteigkanten, Rolltreppen, Kaffee für Speisewagen und durch überhöhte Gebühren von Kreditkartenanbietern. Inzwischen verpflichtet sie Lieferanten vertraglich zu 15 Prozent Schadenersatz für den Fall, dass das Unternehmen in ein Kartell verstrickt ist./bf/DP/zb


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