8:34 | 29.04.2009
ROUNDUP: Bayer kappt nach schwachem Jahresstart Ergebnisprognose für 2009
LEVERKUSEN (dpa-AFX) – Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat
nach einem schwachen Jahresstart wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise seine
operative Ertragsprognose für 2009 gesenkt. Das Ziel, den Rückgang des um
Sondereinflüsse bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) 2009 auf fünf Prozent zu begrenzen, sei “zunehmend ambitioniert”, sagte
Konzernchef Werner Wenning am Mittwoch in Leverkusen laut Mitteilung. Ein
Anknüpfen an den Vorjahreswert oder sogar eine leichte Verbesserung sei nun
“nicht mehr erreichbar”. Der Umsatz dürfte 2009 wie bisher angegeben auf etwa 32
(VJ: 32,9) Milliarden Euro sinken. Inzwischen scheine im Kunststoffgeschäft die
Talsohle erreicht. Erste Anzeichen einer leichten Belebung der Nachfrage seien
erkennbar.
Die Krise sorgte für einen unerwartet schwachen Jahresstart. Umsatz und
operatives Ergebnis gingen im ersten Quartal kräftig zurück. Das EBITDA vor
Sondereinflüssen sank um 22,4 Prozent auf 1,695 Milliarden Euro. Das
Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft dämpften die Folgen des Einbruchs im
Chemiegeschäft etwas. Der Konzernumsatz ging um 7,5 Prozent auf 7,895 Milliarden
Euro zurück. Unter dem Strich verzeichneten die Leverkusener einen kräftigen
Gewinnrückgang auf 425 (762) Millionen Euro. Analysten hatten bei allen
Kennzahlen höhere Werte erwartet.
KUNSTSTOFFGESCHÄFT OPERATIV TIEF IN VERLUSTZONE
Besonders kräftig schlug die Krise auf das Kunststoffgeschäft durch. Hier
sackte der Umsatz wegen der Schwäche wichtiger Abnehmerbranchen um mehr als ein
Drittel auf 1,636 Milliarden Euro ab. Das EBITDA vor Sondereinflüssen rutschte
mit minus 116 (Vorjahr +407) Millionen Euro tief in den roten Bereich.
Auch für das Gesamtjahr 2009 sei eine sehr unterschiedliche Entwicklung der
Teilkonzerne zu erwarten. “Für HealthCare und CropScience rechnen wir im
laufenden Jahr unverändert mit Steigerungen bei Umsatz und EBITDA vor
Sondereinflüssen”, bekräftigte Wenning. Dabei solle das Gesundheitsgeschäft in
allen Bereichen währungsbereinigt stärker wachsen als die jeweiligen Märkte. Die
um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge soll hier in Richtung 28 Prozent
weiter verbessert werden. Bei CropScience sei in einem insgesamt guten
Marktumfeld ebenfalls mit einem weiteren Umsatzwachstum zu rechnen. Die
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen soll den Angaben zufolge hier auf rund 25
Prozent gehalten werden. Für das Kunststoffgeschäft strebt der Konzern ein
positives EBITDA vor Sondereinflüssen an.
AKTIEN VORBÖRSLICH UNTER DRUCK
Am Finanzmarkt war die ersten Reaktion negativ: Die Aktien standen
vorbörslich deutlich unter Druck und büßten mehr als drei Prozent auf 37,35 Euro
ein. Der Ausblick könnte besser sein, allerdings hätte er auch noch schlechter
ausfallen können, sagte ein Händler. “Die Zahlen sind nicht so schlecht wie die
von anderen Unternehmen an diesem Morgen, dennoch wird die Aktie wohl unter
Druck kommen.”/jha/tw
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