14:51 | 20.03.2009
ROUNDUP: Bei Infineon zieht das Geschäft an – Kurzarbeit in Dresden ausgesetzt
MÜNCHEN/DRESDEN (dpa-AFX) – Der Halbleiter-Konzern Infineon
bekommt wieder mehr Aufträge. “Die Auslastung in unserem Dresdner Werk ist gut”,
sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der
“Sächsischen Zeitung”. Deshalb setzt das Unternehmen im April für einen Monat
die laufende Kurzarbeit aus. “Es wäre aber verfrüht, von einer Trendwende zu
sprechen”, sagte der Sprecher. Für die anderen Standorte ändere sich vorerst
nichts.
Bei Infineon Dresden sind rund 1.800 Menschen beschäftigt. Ein großer Teil
der Beschäftigten in der Produktion und der Wartung kann nun wieder wie gewohnt
in zwei Schichten arbeiten. Was genau verstärkt nachgefragt wird, wollte der
Sprecher nicht sagen. In dem sächsischen Vorzeigewerk werden Chips für Handys
und drahtgebundene Kommunikationsgeräte gefertigt sowie für
Sicherheitsanwendungen und die Autoindustrie.
KURZARBEIT AN ALLEN STANDROTEN
Seit Februar läuft in Dresden Kurzarbeit. Sie wurde zunächst für sechs
Monate beantragt. Auch in Warstein und Regensburg wird kurz gearbeitet, in zwei
Wochen folgen die restlichen deutschen Standorte. Auch in ausländischen Werken
hat das Unternehmen die Produktion schon zurückgefahren. Weltweit arbeiten gut
29.000 Menschen für Infineon, ein Drittel davon in Deutschland.
Die Wirtschaftskrise hatte die Bestellungen in der gesamten Branche in noch
nie dagewesenem Maße einbrechen lassen. Für das Geschäftsjahr, das bis September
geht, kalkuliert Infineon selbst mit einem Umsatzrückgang von mehr als 15
Prozent und daraus resultierend einem Verlust. Konzernchef Peter Bauer hat
deshalb ein Sparprogramm samt Stellenstreichungen aufgelegt. Erst am Donnerstag
hat der Konzern jedoch einen rund 50 Millionen Euro schweren Auftrag für
Kommunikationschips vom chinesischen Telekomausrüster Huawei verbuchen
können./das/gj/nl/wiz
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