AGENTURMELDUNGEN

16:18 | 23.01.2012
ROUNDUP: Bitterer Tag für Manroland-Beschäftigte

OFFENBACH/MÜNCHEN (dpa-AFX) – Hunderte Beschäftigte des insolventen
Druckmaschinenherstellers Manroland haben am Montag ihre Kündigung erhalten. Auf
Betriebsversammlungen an den drei Standorten in Augsburg, Offenbach und Plauen
wurden den Mitarbeitern Einzelheiten zur Zerschlagung des traditionsreichen
Druckmaschinenbauers und den massiven Stellenstreichungen mitgeteilt.

Den Plänen von Insolvenzverwalter Werner Schneider zufolge bleiben nur 2.500
von derzeit rund 4.700 Arbeitsplätzen erhalten, wobei die tiefsten Einschnitte
im Offenbacher Werk vorgesehen waren. Dort sollten von zuletzt rund 1.800 Jobs
nur noch rund 750 bleiben. Genauere Details wollte Schneider ursprünglich am
Montagnachmittag nach Ende der Versammlungen mitteilen. Bislang blieb dieser
Schritt aus. Ein Sprecher wollte sich nicht zu konkreteren Zahlen zu äußern.

Nach Angaben des Betriebsrates verlieren allein in Plauen 354 Mitarbeiter
und damit gut die Hälfte der Belegschaft ihren Job. Ein Sprecher Schneiders
sprach von 348 Betroffenen. Auch eine Sprecherin des Betriebsrates verwies auf
sich teilweise widersprechende Angaben in den Liste. In Augsburg haben laut
Arbeitnehmervertretern 741 Mitarbeiter ein Angebot zum Wechsel in die
Transfergesellschaft erhalten – also ihre Kündigung. In dem Werk sollen künftig
noch 1.393 Menschen arbeiten. Exakte Zahlen gebe es aber noch nicht, es werde
noch gezählt. Auch in Offenbach müssen hunderte Mitarbeiter gehen.

Einzig der Standort Augsburg hat bereits einen Käufer, die Lübecker
Possehl-Gruppe. In Plauen und in Offenbach sollen die Betriebe unter
Federführung von Schneider und dem bisherigen Management zunächst fortgeführt
werden, dann soll möglichst ein Investor gefunden werden.

In Offenbach hatten sich am frühen Morgen die Arbeiter zu einem kurzen
Protestmarsch versammelt und kurzzeitig das Fabrikgelände verlassen. Am
Nachmittag gab es Abteilungsversammlungen, auf denen die Kündigungsbriefe
verteilt werden sollten.

Die gekündigten Mitarbeiter können in eine der drei Transferfirmen wechseln,
die für einen möglichst reibungslosen Übergang in einen neuen Job sorgen sollen.
Doch den Betroffenen droht für den Fall, dass die Vermittlung nicht gelingt, ein
rascher Sturz in die Arbeitslosigkeit. Die Transfergesellschaften an den
Standorten Augsburg, Offenbach und Plauen sollen für eine Dauer von sechs
Monaten eingerichtet werden, sagte ein Sprecher Schneiders. Nach dem
Sozialgesetzbuch wären maximal zwölf Monate Dauer möglich, erklärte die
hessische Regionaldirektion der Arbeitsagentur auf Anfrage.

Es sei Verhandlungssache zwischen Arbeitnehmern und Insolvenzverwalter, wie
lange die Gesellschaften agieren, so die Arbeitsagentur. Entscheidend sei die
verfügbare Masse – also wie lange Geld für die Maßnahme vorhanden ist.

In einer Beschäftigungsgesellschaft erhalten die Mitarbeiter das sogenannte
Transfer-Kurzarbeitergeld, das aus Versicherungsbeiträgen der Arbeitsagentur
stammt. In der Höhe entspricht es mit 60 Prozent vom Netto (67 Prozent mit Kind)
dem Arbeitslosengeld I. Die Transferzeit gilt nicht als Arbeitslosigkeit./sbr
/DP/edh


Weitere Meldungen
01.02.2012 ROUNDUP: Insolvenzverfahren von Manroland eröffnet
23.01.2012 ROUNDUP 2: Bitterer Tag für Manroland-Beschäftigte
25.11.2011 ROUNDUP 3: MAN und Allianz entlassen Manroland in die Insolvenz

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

19:09 Uhr | 24.05.2012
Wowereit bestreitet Versagen im ...


19:05 Uhr | 24.05.2012
Odersun-Beschäftigte erhalten ...


17:57 Uhr | 24.05.2012
Berggruen bietet angeblich für ...


17:16 Uhr | 24.05.2012
Flugzeugsitzhersteller Recaro will ...


17:14 Uhr | 24.05.2012
Chemie-Tarifkompromiss sorgt für ...