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17:02 | 08.08.2010
ROUNDUP: BP beginnt im Golf von Mexiko mit Aufräumarbeiten

WASHINGTON (dpa-AFX) – Nach der gelungenen Abdichtung der defekten BP-
Ölquelle beginnen im Golf von Mexiko die Aufräumarbeiten.
Da kaum noch Öl auf der Meeresoberfläche zu finden sei, würden die im Wasser
ausgelegte Barrieren nun wieder eingeholt, teilte die Einsatzleitung am Sonntag
mit. Tausende Fischer, die bislang mit ihren Booten das Öl aus dem Meer
abschöpften, seien damit beauftragt worden. Derweil forderten Naturschützer den
britischen Konzern BP auf, beim Kampf gegen die Ölpest nicht nachzulassen.

Die auf Tausenden Kilometern Länge ausgelegten schwimmenden Begrenzungen
sollten das Öl davon abhalten, an die Küsten geschwemmt zu werden. Sie könnten
aber bei Tropenstürmen, die sich nun in der laufenden Hurrikan-Saison häufen, zu
zerstörerischen Geschossen werden. “Die Barrieren werden zum Risiko, weil sie
Schäden im Marschland verursachen können, auf Straßen landen oder sich in den
Docks verfangen”, sagte BP-Topmanager Doug Suttles.

Gleichzeitig wurde die Entlastungsbohrung zum Öl-Reservoir vier Kilometer
unter dem Meeresgrund fortgesetzt. Nachdem das Steigrohr in der vergangenen
Woche von oben mit Zement versiegelt wurde, soll die Quelle zusätzlich ab
kommenden Freitag auch von unten abgedichtet werden. Allerdings sei es – anders
als bisher geplant – dabei wohl nicht nötig, das rund 18 Zentimeter dicke
Steigrohr anzubohren, sagte der von der US-Regierung ernannte Einsatzleiter,
Admiral Thad Allen. Es genüge, lediglich den äußeren Ring um das Rohr herum mit
Zement zu füllen. Damit solle verhindert werden, dass Öl aus möglichen kleinen
Lecks unten in der Quelle nach oben drängen kann.

Trotz der jüngsten Erfolgsmeldungen warnen Umweltschützer davor, die Folgen
der Katastrophe zu unterschätzen. “Das Desaster der “Exxon Valdez” ist 20 Jahre
her und die Gemeinden und das Ökosystem in Alaska leiden immer noch darunter”,
sagte Kristina Johnson von der US-Naturschutzgruppe “Sierra Club”. Die
Verpflichtungen von BP in dem Katastrophengebiet seien deshalb längst nicht
erfüllt.

Große Zweifel herrschen in der Fachwelt weiter an den Angaben der
US-Regierung, dass drei Viertel der rund 660 000 ausgeströmten Tonnen Öl auf
natürlich Weise verschwunden sind. “Bakterien können durchaus Öl im Meer
abbauen, aber das ist ein Prozess, der sich über Monate oder gar Jahre
hinzieht”, sagte Prof. Friedrich Widdel vom Max- Planck-Institut für Marine
Mikrobiologie in Bremen der dpa. Zudem sei auch der natürliche Abbau
problematisch für die Natur, weil dafür Sauerstoff benötigt werde. “Wenn die
Bakterien ihn vollständig aufbrauchen, kippt das Meer um. Damit stirbt alles
Leben ab.”/mcm/DP/he


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