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17:15 | 01.08.2010
ROUNDUP: BP kämpft an vielen Fronten – Pläne für Aral-Verkauf dementiert

LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) – Der britische Ölkonzern BP hat erneut Berichte
über einen geplanten Verkauf von Tankstellen zurückgewiesen. Diesmal ging es um
den deutschen Ableger Aral. Das zusätzliche Geld, das der Konzern wegen der
Ölkatastrophe im Golf von Mexiko braucht, werde hauptsächlich aus Verkäufen in
der Produktionssparte kommen, sagte ein BP-Sprecher am Samstag in London. Der
Service-Bereich stehe derzeit nicht zur Debatte. BP kommentiere solche
Spekulationen aber grundsätzlich nicht weiter.

Das Magazin “WirtschaftsWoche” berichtet in seiner aktuellen Ausgabe unter
Berufung auf beteiligte Investmentbanker, BP wolle die Tankstellenkette Aral
verkaufen. Die Banker schätzten den Wert von Aral mit seinen 2500 Tankstellen
auf gut zwei Milliarden Euro, heißt es in der Zeitschrift. Als mögliche
Interessenten wurden der französische Mineralölkonzern Total, der europäische
Tankstellenverbund Avia und der russische Ölkonzern Rosneft genannt.

SORGEN VON LANGZEITSCHÄDEN

BP will in den kommenden 18 Monaten Besitz im Wert von bis zu 30 Milliarden
US-Dollar (23 Milliarden Euro) verkaufen, um die Kosten für die Ölpest im Golf
von Mexiko bezahlen zu können. In den vergangenen Tagen hatte es geradezu
schlechte Nachrichten gehagelt. Erstmals seit 1992 hatten die Briten am Dienstag
rote Zahlen vermelden müssen. Von März bis Juni erzielte BP einen Rekordverlust
von 17,2 Milliarden US-Dollar. Der umstrittene Vorstandschef Tony Hayward
kündigte an, zum 1. Oktober den Spitzenposten für Robert Dudley freizugeben.

Im Golf von Mexiko gingen zwar die Arbeiten am Verschluss der Quelle voran,
die Sorgen über Langzeitschäden für die Umwelt bleiben jedoch. Seit dem dem
Sinken der Plattform “Deepwater Horizon” im April, bei dem 11 Menschen ums Leben
kamen, kämpft BP gegen auslaufendes Öl und die Folgen der Katastrophe an.

BÜNDNIS FÜR NEUE BOHRUNGEN IN KANADA

Derweil hat BP sich mit zwei Wettbewerbern verbündet, um im arktischen Ozean
nach Öl und Gas zu bohren. Die Einzelheiten zu den Pläne von BP, der
US-amerikanischen ExxonMobil und der kanadischen
Exxon-Beteiligung Imperial Oil wurden übers Wochenende bekannt. Die drei werden
in der Beaufort Sea vor der Küste Kanadas nach den wertvollen Rohstoffen suchen.
Die Briten werden an der extra ins Leben gerufenen Firma die Hälfte halten, die
beiden anderen sind zu jeweils einem Viertel beteiligt.

Die Gespräche seien bereits vor der Katastrophe im Golf von Mexiko begonnen
worden, zitierten US-Medien einen Sprecher von Imperial Oil. Umweltschützer
laufen bereits seit Jahren Sturm gegen das immer weitere Vordringen der
Ölkonzerne in bisher unberührte Gebiete.

RUF NACH NAMENSÄNDERUNG IN DEN USA

Unterdessen wird unter den Betreibern der BP-Tankstellen in den USA der Ruf
nach einer Namensänderung lauter, nachdem sie zum Teil extreme Umsatzeinbußen
und Schäden durch Vandalismus hinnehmen mussten. Immer mehr Tankstellenbetreiber
forderten eine Rückkehr zum alten Namen und Logo Amoco, um wieder mehr Kunden
anzuziehen und ihr Image aufzubessern, sagte der Chef des US-Händlerverbandes
für die BP-Tankstellen, John Kleine, der britischen Zeitung “Sunday Telegraph”.
BP war 1998 mit dem US-Ölkonzern Amoco zusammengegangen und hatte die Marke an
den Zapfsäulen danach durch das BP-Logo ausgetauscht./gür/das/DP/nl


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