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17:17 | 08.03.2018
ROUNDUP: Brüssel fördert Crowdfunding und umweltfreundliche Geldanlagen

BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die EU-Kommission will Investitionshemmnisse abbauen und Europa damit international wettbewerbsfähiger machen. Sogenannte Crowdfunding-Plattformen sollen es demnach künftig einfacher haben, hier tätig zu werden, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Zudem will sie umweltfreundliche Geldanlagen und Investitionen stärker unterstützen.

Start-ups und kleine Firmen sollen dem Gesetzesvorschlag zufolge leichter Geld bei Investoren im Internet einsammeln können. Für Crowdfunding sollen einheitliche Regeln gelten. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen dem Vorschlag aber noch zustimmen.

Bald soll etwa für Finanzierungsplattformen in der EU eine einheitliche Anlaufstelle existieren. Die Lizenz eines Landes soll dann dafür ausreichen, die jeweilige Plattform in ganz Europa betreiben zu können. Die Regeln zum Investorenschutz sollen ebenfalls angeglichen werden.

Unterschiedliche Regularien in den 28 EU-Staaten machen es nach Angaben der Kommission den Plattformbetreibern bislang schwer, europaweit zu agieren. Für Kleinanleger sei es dadurch auch schwierig, geeignete Investitionsmöglichkeiten zu finden. Europa hinke bei dieser Form der Finanzierung hinterher, hieß es. Vor allem für Start-ups zähle Crowdfunding jedoch neben Unterstützung von Freunden, Familie und eigenem Kapital zu den wichtigsten Starthilfen.

Die EU-Kommission plädiert zudem dafür, umweltfreundliche Geldanlagen und Investitionen in Zukunft stärker zu unterstützen. Geplant sei etwa ein EU-Label für “grüne” Finanzprodukte. Zudem könnten unter Umständen auch die Kapitalanforderungen für Banken gelockert werden, wenn sie Kredite für nachhaltige Projekte vergeben. Konkrete Gesetzesvorschläge hierzu könnten in den kommenden Monaten folgen.

“Der Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Wirtschaft ist gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für die Menschen und für unseren Planeten”, sagte Kommissionsvize Frans Timmermans. “Unsere Vorschläge werden Investoren und jeden einzelnen Bürger in die Lage versetzen, eine positive Wahl zu treffen
– indem sie ihr Geld mit größerer Verantwortung einsetzen und
Nachhaltigkeit unterstützen.”

In der Branche stießen die Ideen auf verhaltene Zustimmung. “Einheitliche Standards und Labels für grüne und nachhaltige Finanzprodukte können die Transparenz für die Investoren erhöhen”, erklärte Georg Baur vom Bundesverband Öffentlicher Banken. Unterschiedliche Kapitalanforderungen müssten jedoch sehr differenziert betrachtet werden.

Kritik gab es aus dem Europaparlament. “Die Kommission versucht, das Thema Nachhaltigkeit mit der Brechstange in der europäischen Finanzmarktregulierung unterzubringen, ohne erklären zu können, was Nachhaltigkeit im Finanzwesen überhaupt bedeutet”, sagte der CSU-Finanzexperte Markus Ferber. “Was sind nachhaltige Investments? Ist ein Kernkraftwerk nachhaltig, weil es kein Kohlendioxid emittiert? Ist ein Wasserkraftwerk nachhaltig, auch wenn es massiv in die natürliche Flusslandschaft eingreift?”

Zudem sei die Idee, bei der Eigenkapitalunterlegung Abschläge für grüne Investitionen gelten zu lassen, “brandgefährlich”, meinte Ferber. “Bei der Bankenregulierung muss allein das Risiko zählen – alles andere gefährdet die Finanzmarktstabilität.”/asa/DP/stk


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