14:02 | 26.02.2010
ROUNDUP: Bundeskartellamt untersucht Paypal-Pflicht bei eBay
DÜSSELDORF/BONN (dpa-AFX) – Das Bundeskartellamt hat eine Untersuchung der
neuen Nutzerrichtlinien beim Internethändler Ebay
eingeleitet. eBay verpflichtet seit Donnerstag mehr Verkäufer, auch den
konzerneigenen Bezahldienst Paypal anzubieten. Das Bundeskartellamt prüft, ob
das Internet-Unternehmen dadurch einen Wettbewerbsverstoß begehe. Die
Untersuchungen seien aber fernab von jeglichen Verfahren und noch in einem sehr
frühen Stadium, sagte Kay Weidner, Sprecher des Kartellamts der Deutschen
Presse-Agentur auf Anfrage. Aus Sicht von eBay profitierten kleine und
Gelegenheitsverkäufer in erster Linie von den neuen Bestimmungen. Die sichere
Zahlungsmethode solle das Vertrauen der Käufer erhöhen und die Angebote
attraktiver machen.
Seit Donnerstag verpflichtet eBay alle Verkäufer mit weniger als 50
Bewertungspunkten, optional auch Paypal als Zahlungsweg anzubieten. Dies
betrifft vor allem private Anbieter und Gelegenheitsnutzer. “Unsere
Untersuchungen zeigen, dass die Anzahl schlechter Kauferfahrungen bei Angeboten
von Verkäufern mit weniger als 50 Bewertungspunkten doppelt so hoch liegt wie
durchschnittlich auf dem eBay-Marktplatz”, teilte das Unternehmen mit. Mit der
optionalen Zahlungsabsicherung über Paypal würden die Angebote für Käufer
wesentlich attraktiver.
Kritiker befürchten allerdings Nachteile für kleine Händler. Bei der Nutzung
von Paypal entstehen den Online-Verkäufern zusätzliche Gebühren von bis zu 3,9
Prozent vom Verkaufspreis. Die Beschwerden hätten sich gehäuft, sagte Weidner.
Daher werde geprüft, ob eBay seine Marktposition missbrauche. 2008 hatte das
Bundeskartellamt bereits die damals erweiterte Paypal-Pflicht für gewerbliche
Händler geprüft, jedoch keine weiteren Schritte eingeleitet./rg/fn/tw
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