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19:46 | 25.09.2008
ROUNDUP: Conergy verschafft sich finanziell Luft – Kapitalerhöhung auf dem Weg

HAMBURG (dpa-AFX) – Der angeschlagene Solarkonzern Conergy hat
sich finanziell Luft verschafft. Mit Commerzbank und Dresdner Kleinwort sei die
Verlängerung der Zwischenfinanzierung über 240 Millionen Euro bis zum 31.
Dezember vereinbart worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Ursprünglicher Endtermin war der 30. September. Durch den Aufschub verspricht
sich Conergy “größere zeitliche Flexibilität bei der Umsetzung der geplanten
Kapitalerhöhung”. Die Aktie legte im Frankfurter Parketthandel 3,30 Prozent auf
8,14 Euro zu.

Conergy will bis Jahresende maximal 450 Millionen Euro frisches Geld
einsammeln. Ein Großteil der Summe soll dabei für die Rückzahlung der
Zwischenfinanzierung eingesetzt werden. Allerdings werde Conergy die
Kapitalerhöhung nur durchführen, wenn der Emissionserlös 250 Millionen Euro
überschreite, hieß es. Für 125 Millionen Euro lägen bereits Zusagen vor,
bestätigte ein Sprecher frühere Aussagen. “Über den Rest sind wir in Gesprächen.
Es gibt durchaus Interesse. Aber die turbulenten Märkte machen uns das Leben
nicht gerade leichter.”

MIT WIDERSPENSTIGEN AKTIONÄREN GEEINIGT

Bereits zur Jahresmitte hatten die Vermögensverwaltung Athos der
Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann sowie die vom ehemaligen
GEA-Großaktionär Otto Happel kontrollierte Leemaster Ltd. ihre
Teilnahme an der Kapitalerhöhung zugesagt. Mittlerweile hat sich Conergy auch
mit allen 25 Aktionären geeinigt, die Widerspruch gegen die Kapitalerhöhung
eingelegt hatten. Es sei ein Vergleich geschlossen worden, hieß es. In diesem
Zusammenhang hat Conergy die Untergrenze von 250 Millionen Euro gezogen. Das
Ziel, bis zu 450 Millionen Euro zu erlösen, stehe aber weiterhin, sagte der
Sprecher.

Conergy war im vergangenen Jahr an den Rand der Pleite geraten, da es zu
viele Projekte auf einmal angegangen war. Der neue Vorstandschefs Dieter Ammer
konzentriert die Gesellschaft nun auf das profitable Kerngeschäft. Die
Windenergie-Sparte hatte er jüngst an die Investmentgesellschaft Warburg Pincus
abgegeben und dabei einen millionenschweren Buchverlust hingenommen. Der
geplante Einstieg des südkoreanischen Elektronikkonzerns LG im Solarmodul-Werk
Frankfurt/Oder dürfte dagegen viele Millionen Euro in die Kasse spülen.

ABSICHTSERKLÄRUNG UNTERZEICHNET

Conergy und LG haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der die
Koreaner 75 Prozent am Standort übernehmen. Festgezurrt werden soll die
Partnerschaft bis zum Jahresende. Strittig ist allerdings noch der Preis. In
einem südkoreanischen Medienbericht war von umgerechnet rund 130 Millionen Euro
für die gesamte Solarzellen-Produktion die Rede gewesen. Der Einstieg von LG und
die Kapitalerhöhung stünden aber in keinem Zusammenhang, betonte der
Sprecher./das/wiz


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