10:36 | 27.07.2011
ROUNDUP: Daimler hebt nach Gewinnsprung Prognose an
STUTTGART (dpa-AFX) – Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat im
zweiten Quartal einen Gewinnsprung verzeichnet und hebt die Aussichten für das
Gesamtjahr an. “Mit unserem exzellenten ersten Halbjahr liegen wir voll auf
Kurs, 2011 zu einem der erfolgreichsten Jahre unserer langen
Unternehmensgeschichte zu machen”, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch
in Stuttgart. Daimler feiert in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen des
Unternehmens.
An der Börse wurden die Zahlen gemischt aufgenommen. Zur Eröffnung verloren
die Papiere gut zwei Prozent und gehörten auch im weiteren Handelsverlauf zu den
schwächeren Werten im Leitindex Dax . Die Zahlen fielen laut Händlern
zwar gut aus und auch die optimistischere Prognose fand Anklang unter den
Börsianern, aufgrund der starken Absatzsteigerung sei diese Entwicklung aber
weitgehend absehbar gewesen.
GEWINN STEIGT ÜBERPROPORTIONAL ZUM UMSATZ
Der Gewinn legte im zweiten Quartal deutlich stärker zu als der Umsatz. Die
Erlöse stiegen auch aufgrund von Wechselkurseffekten vergleichsweise nur um fünf
Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 26,3 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis
kletterte indes um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Wegen der hohen
Pkw-Verkäufe und der Erholung der Lastwagen-Märkte fuhr Daimler ein Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,58 Milliarden Euro ein. Zetsche sieht das
Unternehmen deshalb auf gutem Weg, die ab 2013 versprochenen Rentabilitätsziele
der einzelnen Geschäftsfelder zu erreichen: “Wir liegen zur Jahresmitte 2011
nicht nur im Plan, sondern darüber.”
Nach Angaben von Zetsche hätte der Konzern mehr Autos verkaufen können, wenn
nur mehr produziert werden könnten. Im Sommer als auch im Winter werde
durchgearbeitet, kündigte der Konzernlenker an. Gleichzeitig räumte er ein, dass
im Zuge von Sonderschichten zum Teil auch höhere Kosten entstehen. “Aber
natürlich arbeiten wir lieber an der Kapazitätsobergrenze.”
GELÄNDEWAGEN UND C-KLASSE GEFRAGT
Besonders gut verkauften sich die Geländewagen wie die M-, R- und GLK-Klasse
und die Mittelklassewagen der C-Klasse. Dadurch steuerte die Personenwagensparte
mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und AMG zwischen April und Juni
1,566 Milliarden Euro zum EBIT bei. Den Angaben zufolge wurde eine Umsatzrendite
von 10,7 Prozent erzielt und damit die langfristig geplante Marge von 10 Prozent
übertroffen. Trotz der Verkaufszuwächse hat Daimler bei den Personenwagen jedoch
auf dem Heimatmarkt Deutschland Marktanteil verloren.
Als Belastungen führte Zetsche negative Wechselkurseffekte, hohe
Rohstoffkosten sowie Aufwendungen für den Start neuer Baureihen an. Im November
kommt beispielsweise die neue B-Klasse als erstes Modell der neu entwickelten
Kompaktwagenfamilie auf den Markt.
LASTWAGENMÄRKTE IN EUROPA UND USA ERHOLT
Bei den Lastwagen zeigen vor allem die Märkte in den USA, Westeuropa und
hier speziell Deutschland wieder kräftig nach oben. In Japan legte dagegen die
Naturkatastrophe die Produktion bei der Tochter Fuso lahm. “Wir haben fast
zweieinhalb Monate Produktionsausfall aufzuholen”, sagte Spartenchef Andreas
Renschler und zeigte sich zuversichtlich, den Rückstand im weiteren
Jahresverlauf wettzumachen. Insgesamt setzte der Konzern im zweiten Quartal
weltweit 527.600 Personenwagen und Nutzfahrzeuge ab, sechs Prozent mehr als ein
Jahr zuvor.
2011 STEIGERUNGEN ZUM VORJAHR
Im zweiten Halbjahr sollen die Verkäufe in allen Geschäftsfeldern steigen.
Die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars soll im Gesamtjahr mehr als 1,35
Millionen Autos absetzen, nach 1,28 Millionen Wagen im Vorjahr. Für 2011 rechnet
Daimler mit einem Konzernabsatz von deutlich über den 1,9 Millionen verkauften
Fahrzeugen des vergangenen Jahrs. Gestützt wird die positive Einschätzung des
Managements durch die große Zahl an Bestellungen, die seit fünf Jahren nicht
mehr so hoch gewesen seien wie in diesem ersten Halbjahr.
Beim EBIT stellte der Konzern eine “sehr deutliche” Steigerung im Vergleich
zum Vorjahreswert von rund 7,3 Milliarden Euro in Aussicht. Die Erlöse sollen im
laufenden klar die 100-Milliarden-Euro-Marke überspringen. Im vergangenen Jahr
hatte Daimler einen Umsatz von 97,76 Milliarden Euro verbucht./dct/jha/tw
|