15:35 | 01.04.2009
ROUNDUP: Daimler will zwei Milliarden Euro bei den Personalkosten sparen
STUTTGART (dpa-AFX) – Daimler will wegen des heftigen
Absatzeinbruchs im laufenden Jahr bei seinen Beschäftigten in Deutschland zwei
Milliarden Euro Personalkosten einsparen. Der Premiumhersteller wolle die
Arbeitszeit für 73.000 Mitarbeiter um bis zu fünf Stunden verkürzen, weniger
Zuschuss zum Kurzarbeitergeld zahlen und die für Mai geplante zweite Stufe der
Tariferhöhung von 2,1 Prozent verschieben, sagte Daimler-Personalvorstand
Günther Fleig am Mittwoch in Stuttgart. Außerdem sollen Urlaubs- und
Weihnachtsgeld schrumpfen sowie Sonderzahlungen verschoben werden. Über das
Sparpaket werde derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt. Von den Sparmaßnahmen
sind die 141.000 Beschäftigten der Daimler AG in Deutschland betroffen.
“Wir reden nicht über Personalabbauprogramme und über Entlassungen”, sagte
Fleig. Sollte die Krise aber weiter anhalten, seien auch solche Maßnahmen nicht
auszuschließen. Der Beschäftigungssicherungsvertrag, der bis Ende 2011
betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, stehe derzeit nicht zur Disposition.
Daimler-Aktien verloren bis zum Nachmittag 0,8 Prozent auf 18,925 Euro.
ERFOLGSBETEILIGUNG WIRD NICHT AUSGEZAHLT
Für die 73.000 von den 141.000 Beschäftigten, für die keine Kurzarbeit
angemeldet werden kann, soll die Wochenarbeitszeit um bis zu fünf Stunden
verringert werden. Dies bedeutet Lohneinbußen von bis zu 14 Prozent. Für die
68.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit sollen die Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld
zusammengestrichen werden. In welchem Umfang wollte Fleig nicht sagen.
Mit der Verschiebung der zweiten Stufe der Tariferhöhung auf Anfang Dezember
will der Autobauer mehr als 100 Millionen Euro sparen. Die Erfolgsbeteiligung
für 2008 von 1900 Euro für die festangestellten Mitarbeiter der Daimler AG, die
sich für den Konzern auf 280 Millionen Euro summiert, soll nach dem Willen des
Vorstandes vorerst nicht an die Mitarbeiter ausbezahlt, sondern gutgeschrieben
werden. Damit solle die Liquidität des Unternehmens geschont werden, sagte
Fleig.
ROTE ZAHLEN
Insgesamt sollen die Personalkosten der Daimler AG in Deutschland 2009 den
Betrag von zehn Milliarden Euro nicht überschreiten, sagte Fleig. Die Maßnahmen
seien nötig, um die Beschäftigung aufrechterhalten zu können. Im Februar habe
Daimler 40 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft, dies sei mit “erheblichen
Einnahmerückgängen” verbunden.
Der Pkw-Absatz bei Daimler ist seit Monaten auf Talfahrt. Für das laufende
Jahr hatte Zetsche bereits angekündigt, Absatz, Umsatz und Ergebnis würden
rückläufig sein. Für das erste Quartal rechnet der Konzernlenker sogar mit roten
Zahlen./sba/DP/nl
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