AGENTURMELDUNGEN

9:11 | 09.03.2010
ROUNDUP: Deutsche Post spart sich durch Krise – Steigerungen 2010 versprochen

BONN (dpa-AFX) – Bei der Deutschen Post sind im vergangenen Jahr
Umsatz und operativer Gewinn erneut zurückgegangen. Besonders die Express-Sparte
und das Speditionsgeschäft litten stark unter dem weltweiten Konjunktureinbruch
und schrumpften beim Umsatz um knapp ein Viertel, teilte das Unternehmen am
Dienstag in Bonn mit. Insgesamt sank der Umsatz von 54,47 auf 46,20 Milliarden
Euro. Im vierten Quartal verbesserte sich die Lage. Das im Dax
notierte Unternehmen verlangsamte den Umsatzrückgang zum Vorjahresquartal auf
11,6 Prozent. Die Post schlägt für 2009 eine unveränderte Dividende von 0,60
Euro vor. Künftig will das Unternehmen 40 bis 60 Prozent des Konzerngewinns
ausschütten. Beim Gewinn blieben die Bonner hinter den Erwartungen des Marktes
zurück.

Im frühen Handel sank der Post-Kurs um 2,77 Prozent auf 12,450 Euro. Die
Zahlen für 2009 seien unter den Erwartungen der Analysten geblieben, sagte ein
Börsianer am Morgen. Auch die Zielsetzung für 2010 sei schwächer als erwartet
ausgefallen. Nach der sehr guten Kursentwicklung der Aktien in der Vorwoche
komme es nun zu Gewinnmitnahmen.

OPERATIVER GEWINN SINKT

Der operative Gewinn vor Einmaleffekten schrumpfte von 2,011 auf 1,473
Milliarden Euro. Hier schlugen der Niedergang des Briefgeschäfts sowie der
konjunkturbedingte Einbruch im Speditionsgeschäft (Global Forwarding) zu Buche,
welches um knapp ein Drittel auf 272 Millionen Euro sank. Die Briefsparte trug
weiterhin mit 1,412 Milliarden Euro den Löwenanteil zum operativen Gewinn bei,
setzt aber ihren Niedergang mit einem Gewinnrückgang um 14 Prozent fort.
Allerdings verringerte der Rückzug aus dem hochdefizitären inneramerkanischen
Expressgeschäft die dortigen Verluste. Die Post steuerte in der Krise gegen und
schraubte mit einer drastischen Sparanstrengung die Kosten um 1,1 Milliarden
Euro herunter.

Dank des Verkaufs der Postbank kam die Post unterm Strich wieder in die
schwarzen Zahlen mit 644 Millionen Euro nach minus 1,688 Milliarden Euro vor
einem Jahr. Für das laufende Jahr verspricht die Post, diesen Gewinn zu
übertreffen. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten soll auf 1,6 bis 1,9
Milliarden Euro steigen. Dazu soll die Briefsparte 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro
beisteuern, das DHL-Geschäft 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Ausgelagerte Kosten
für die Zentralbereiche schätzt die Post auf 400 Millionen Euro. Eine
Umsatzprognose gab die Post nicht, stellte aber eine moderate Erholung der
weltweiten Transportmengen in Aussicht. Zudem verlängerte die Post die Verträge
der Vorstände für Kontraktlogistik und Spedition, Bruce Edwards und Hermann Ude,
um fünf Jahre bis 2016./fn/wiz/tw


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