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9:40 | 15.05.2008
ROUNDUP: Deutsche Wirtschaft gewinnt trotz Öl- und Eurorekord kräftig Schwung

WIESBADEN (dpa-AFX) – Die deutsche Wirtschaft ist trotz Ölpreis- und
Euro-Rekorden sowie der Finanzmarktkrise im ersten Quartal so kräftig gewachsen
wie zuletzt im Frühjahr 1996. Die deutsche Wirtschaft habe sich auch bei
zunehmenden Belastungsfaktoren als “sehr robust” erwiesen, teilte das
Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Auf Basis einer
Schnellschätzung erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum
Vorquartal real um 1,5 Prozent. Von Thomson Financial befragte Volkswirte hatten
nur mit einem Wachstum von 0,7 Prozent gerechnet. Im vierten Quartal war das BIP
noch um 0,3 Prozent gestiegen.

Das Wirtschaftswachstum ist aus Sicht der UniCredit “absolute Spitze”. Das
Bankhaus weist mit dem milden Winter und der starken Bautätigkeit aber auf einen
Sondereffekt hin. Der Konsum dürfte sich angesichts des jüngsten Anstiegs der
Energie- und Nahrungsmittelpreise künftig ebenfalls eher abschwächen. Zudem
könnte ein kräftiger Lageraufbau das Wachstum im ersten Quartal beflügelt haben.
All dies spreche für ein gedämpftes Wachstum im zweiten Quartal.

COMMERZBANK ERHÖHT WACHSTUMSPROGNOSE DEUTLICH

Angesichts des unerwartet starken Wachstums erhöhte die Commerzbank
unterdessen ihre Wachstumsprognose deutlich. Die Bank geht nun für 2008 von
einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland um 2,4 Prozent aus.
Bislang hatten die Experten ein Wachstum von 1,8 Prozent veranschlagt. Zwar
deuteten die fallenden Frühindikatoren darauf hin, dass sich das Wachstum in den
kommenden Monaten verlangsame. Allerdings spreche alles für eine weiche Landung
der deutschen Wirtschaft.

Zum entsprechenden Quartal des Vorjahres legte das BIP nach Angaben des
Bundesamtes unbereinigt um 1,8 Prozent zu. Kalenderbereinigt erhöhte sich die
Wirtschaftsleistung sogar um 2,6 Prozent. Hier hatten die Experten nur 1,8
Prozent erwartet. Das Berichtsquartal wies im laufenden Jahr zwei Arbeitstage
weniger auf als im ersten Quartal 2007. Der wirtschaftliche Aufschwung des
vergangenen Jahres habe sich über das gesamte erste Quartal betrachtet
unvermindert fortgesetzt, hieß es.

Getragen wurde das Wachstum sowohl von der inländischen Verwendung als auch
vom Außenhandel. Vor allem die Bruttoinvestitionen legten im Vergleich zum
vierten Quartal als auch im Vorjahresvergleich zu, in geringerem Umfang aber
auch die Konsumausgaben. Vom Außenbeitrag seien positive Wachstumsimpulse
indessen nur im Vorjahresvergleich gekommen. Die Exporte liefen zwar trotz des
starken Euro gut, doch wegen des Anstiegs der Importe bremste der Außenhandel
insgesamt das Wirtschaftswachstum./jha/bf


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