AGENTURMELDUNGEN

14:19 | 18.04.2011
ROUNDUP: EADS-Rüstungssparte Cassidian prüft Kurzarbeit

MÜNCHEN (dpa-AFX) – Die EADS-Rüstungssparte Cassidian
bereitet sich an ihrem größten deutschen Standort im oberbayerischen Manching
auf Kurzarbeit vor. Thomas Pretzl, Gesamtbetriebsratschef der EADS Deutschland
GmbH, sprach am Montag von rund 400 der 5.000 Beschäftigten und bestätigte damit
einen Bericht der “Financial Times Deutschland”. Pretzl warnte vor einem
dauerhaften Verlust hoch qualifizierter Fachkräfte. Die Kurzarbeit werde
spätestens Mitte des Jahres beginnen. Eine Cassidian-Sprecherin wollte dazu
keine Angaben machen.

Hintergrund der geringen Auslastung des Werks in Manching bei Ingolstadt
sind die Kürzungen in den staatlichen Verteidigungshaushalten in Europa. So
seien in Deutschland beispielsweise die Wartungsarbeiten für die Kampfjets der
Typen Tornado und Eurofighter sowie für die Transall-Transportflugzeuge an die
Bundeswehrstaffeln selbst übertragen worden, obwohl diese für die Arbeiten
häufig gar nicht qualifiziert seien, klagte Pretzl. “Das
Verteidigungsministerium könnte das Problem sehr einfach regeln, anstatt dass
die Sozialkassen mit der Bezahlung von Kurzarbeitergeld belastet werden.”

Zudem sollte das Ministerium die Entscheidung über die künftige Wartung des
neuen Transportflugzeugs A400M fällen, forderte Pretzl. Falls Manching den
Zuschlag erhalte, könnten nämlich in der jetzigen Situation die erforderlichen
Schulungen beginnen. Stattdessen drohe bei der allgemeinen Verunsicherung der
Beschäftigten die Abwanderung von Technikern und Ingenieuren an andere Betriebe.

Der Betriebsratschef geht davon aus, dass die maximale Dauer von zwölf
Monaten für die Kurzarbeit ausgenutzt werde. Andere Möglichkeiten wie der Abbau
von Gleitzeitkonten oder der vorübergehende Einsatz von Mitarbeitern an anderen
Standorten wie zum Beispiel Spanien seien ausgeschöpft.

Am Standort in Immenstaad am Bodensee gilt bereits Kurzarbeit für 130
Beschäftigte. Mit Verweis auf die Sparmaßnahmen in den Verteidigungshaushalten
hatte die Cassidian-Unternehmensleitung zudem im März die Streichung von etwa 15
Prozent der 6.000 Stellen in der Verwaltung angekündigt.

Auch der Wechsel im Verteidigungsministerium nach dem Rücktritt von
Amtsinhaber Karl-Theodor zu Guttenberg nagen an Cassidian. “Mit zu Guttenberg
hätten wir Mitte des Jahres Klarheit über die Auswirkungen der Bundeswehrreform
gehabt. Sein Nachfolger sieht sich nun alles noch einmal an. Das dauert
natürlich seine Zeit”, sagte Pretzl. “Im Moment herrscht bei uns großes
Kaffeesatzlesen.”

Der Triebwerkshersteller MTU plant nach eigenen Angaben keine
Kurzarbeit in seiner Militärsparte. Das starke Anziehen des Zivilgeschäfts
gleichen den Rückgang im Geschäft mit militärischen Antrieben aus, hieß
es./stw/fin/DP/stw


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