16:52 | 05.08.2008
ROUNDUP: ersol-Übernahme durch Bosch genehmigt – 87-Prozent-Anteil gesichert
ERFURT/STUTTGART (dpa/th) – Der Autozulieferer und Elektrokonzern Bosch hat
grünes Licht von den Kartellbehörden für die Übernahme des börsennotierten
Thüringer Solarzellen-Herstellers ersol erhalten. Nach Bosch-Angaben
vom Dienstag haben nach dem Bundeskartellamt nun auch die Wettbewerbsbehörden in
Österreich, Italien und China der Transaktion zugestimmt. Der Stuttgarter
Konzern hatte in einem ersten Schritt 50,45 Prozent der Aktien der ersol Solar
Energy AG von der Investmentgesellschaft Ventizz übernommen. Für die Papiere der
freien Aktionäre läuft die Angebotsfrist noch bis diesen Freitag (8. August).
Pro Aktie will Bosch 101 Euro zahlen. Bosch hat sich bisher nach Schätzung von
Fachleuten etwa 87 Prozent der Anteile an der Erfurter Solarfirma gesichert.
Davon wurden knapp 29 Prozent vor dem Beginn der Angebotsfrist am Markt
eingesammelt, etwa 6,7 Prozent wurden bisher vorwiegend von Kleinaktionären zum
Kauf angeboten. Erwartet wird, dass der Konzern, der mit der ersol-Übernahme
sein Geschäft mit erneuerbaren Energien ausbauen will, die Angebotsfrist für
Kleinaktionäre über den 8. August hinaus verlängern wird. Bosch hatte
angekündigt, dass er die im Technologiewerte-Index TecDAX gelistete ersol AG
vollständig übernehmen will. Der Kauf soll insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro
kosten.
Das 1997 gegründete Erfurter Solar-Unternehmen beschäftigt derzeit rund
1.000 Mitarbeiter und erwartet 2008 einen Umsatz von mehr als 300 Millionen
Euro. Geplant sind in den kommenden Jahren weitere Investitionen in neue
Fabriken, für die als Standort das thüringische Arnstadt im Gespräch ist. Die
ersol AG legt in der kommenden Woche ihre Zahlen für das erste Halbjahr
vor./ro/DP/edh
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