15:51 | 26.11.2010
ROUNDUP: Eurowings-Piloten im Warnstreik
FRANKFURT (dpa-AFX) – Ein achtstündiger Warnstreik der Eurowings- Piloten
hat am Freitag die Pläne von zahlreichen Flugreisenden durcheinandergebracht.
Betroffen waren vor allem Verbindungen ab Düsseldorf, dem größten
Eurowings-Standort in Deutschland. Auch in Berlin-Tegel, Dresden, Hamburg, Köln
und Nürnberg fielen etliche Flüge aus. Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte die
305 Piloten der Lufthansa-Tochter zu der Arbeitsniederlegung
aufgerufen.
Nach Angaben des Berufsverbandes blieben bundesweit 72 Maschinen am Boden.
Ein Eurowings-Sprecher bezifferte die Zahl der ausgefallenen Flüge hingegen mit
46. Insgesamt hätten sich 55 Piloten nicht zum Dienst gemeldet, sagte er. Wie
viele Passagiere auf andere Lufthansa-Maschinen umgebucht werden mussten, war
zunächst unklar. Am Frankfurter Flughafen gab es nach Angaben des Betreibers
Fraport keine Auswirkungen des Warnstreiks.
Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind nach Darstellung der VC die
gescheiterten Verhandlungen mit der Lufthansa über sichere
Beschäftigungsverträge. Die Lufthansa plant demnach, alle 50-sitzigen Flugzeuge
aus ihrem Programm zu nehmen und damit die Flotte von 34 auf 15 Maschinen zu
reduzieren. Rund 180 Piloten des Regional- Partners könnten dadurch ihre Arbeit
verlieren. Zudem sollen mehrere Standorte aufgegeben werden.
Ein Sprecher von Eurowings sagte, die Geschäftsführung habe inzwischen einen
Kompromiss vorgelegt, der eine Weiterbeschäftigung aller Piloten garantiere. Die
Gesellschaft habe entsprechende Teilzeitvereinbarungen erarbeitet. Details dazu
nannte er nicht.
“Uns wurde kein vernünftiges Angebot gemacht. Deshalb rufen wir zu Streiks
auf”, widersprach VC-Verhandlungsführer Markus Germann. Seit Anfang des Jahres
verhandele die Pilotengewerkschaft mit Eurowings darüber, dass die Piloten unter
anderem entsprechende Abfindungen erhalten oder für einen längeren Zeitraum noch
Gehälter ausgezahlt bekommen.
Die Eurowings Luftverkehrs AG ist eine von fünf Regionalpartnern der
Lufthansa. Diese hält knapp die Hälfte der Anteile an der Gesellschaft, die rund
1200 Mitarbeiter beschäftigt. Die VC vertritt als Berufsverband des
Cockpitpersonals bei allen deutschen Airlines die Interessen von insgesamt rund
8200 Arbeitnehmern./cru/DP/alg
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