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15:26 | 06.10.2011
ROUNDUP: EZB packt Kriseninstrumente aus und greift Banken unter die Arme

BERLIN (dpa-AFX) – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts einer
drohenden Bankenkrise im Euroraum zusätzliche Unterstützung für den Finanzsektor
angekündigt. So wird die Notenbank ab November wieder sogenannte “gedeckte
Anleihen” für insgesamt 40 Milliarden Euro kaufen, wie EZB-Chef Jean-Claude
Trichet am Donnerstag in Berlin mitteilte. Damit greift die Notenbank wieder auf
ein Instrument aus der Finanzkrise zurück. Gedeckte Anleihen wie Pfandbriefe
dienen den Geschäftsbanken zur Refinanzierung. Die Papiere, auch “Covered Bonds”
genannt, gelten als besonders sicher, da sie etwa durch Grundstücke besichert
sind oder von Staaten garantiert werden.

Darüber hinaus versorgt die EZB die Geschäftsbanken wieder mit Liquidität
über einen außergewöhnlich langen Zeitraum von einem Jahr. Auch diese
“Jahrestender” sind ein Instrument aus der Finanzkrise. Sie sollen die
Planungssicherheit der Geschäftsbanken erhöhen. Konkret soll im Oktober und
Dezember je ein Geschäft über ein Jahr durchgeführt werden, bei dem die Banken
so viel Liquidität wie gewünscht erhalten. Der Zinssatz orientiert sich an den
Sätzen der wöchentlichen Hauptrefinanzierungsgeschäfte.

Trichet forderte die Banken auf, staatliche Hilfen voll auszuschöpfen. Zudem
sollten sie alles tun, um ihre Bilanzen zu stärken. Angesichts der
Milliarden-Engagements der Geschäftsbanken in Staatspapieren europäischer
Krisenländer ist das Misstrauen der Banken untereinander gewachsen. Das zeigen
die großen Summen, die die Finanzinstitute derzeit bei der EZB hinterlegen,
anstatt das Geld für höhere Zinsen an eine andere Bank zu leihen./bgf/nl/jkr


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