16:20 | 25.01.2011
ROUNDUP: Fraport hebt nach Gewinnsprung Dividende an – Steuereffekt
FRANKFURT (dpa-AFX) – Überraschend geringe Steuernachzahlungen haben dem
Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im abgelaufenen Jahr einen
kräftigen Gewinnsprung beschert. Dank der Auflösung von Rückstellungen schwoll
das Konzernergebnis von 152 auf etwa 270 Millionen Euro an, wie das Unternehmen
am Dienstag mitteilte. Die Aktionäre sollen in Form einer höheren Dividende an
dem höheren Gewinn teilhaben: Die Ausschüttung je Aktie soll nach dem Willen des
Vorstands um zehn Cent auf 1,25 Euro steigen.
Die Fraport-Aktien reagierten zunächst kaum auf die Nachrichten, sprangen am
Nachmittag aber förmlich aus der Verlustzone. Zuletzt notierte das Papier mit
2,14 Prozent im Plus bei 48,975 Euro und gehörte damit zu den stärksten Werten
im MDax .
STEUERPRÜFUNG
Hauptursache des Gewinnsprungs ist eine Steuerprüfung für die Jahre 1999 bis
2002. Für diesen Zeitraum muss Fraport nach dem Abschluss einer Betriebsprüfung
nun 20 Millionen Euro Steuern nachbezahlen. Das Unternehmen hatte jedoch 80
Millionen Euro mehr zurückgestellt und kann diesen Betrag nun als Gewinn
einstreichen. Die geplante höhere Dividende sei indes nicht auf den
Sondereffekt, sondern auf das besser laufende Geschäft zurückzuführen, sagte ein
Sprecher. Fraport plane weiterhin eine kontinuierliche Dividendenpolitik.
Ohne die Auflösung der Rückstellungen hat der Flughafenbetreiber im
vergangenen Jahr rund 190 Millionen Euro verdient, das wären 38 Millionen Euro
mehr als ein Jahr zuvor. Bis zuletzt hatte der Vorstand lediglich eine
Steigerung in Aussicht gestellt, aber keine Zahlen genannt. Trotz der
umfangreichen Flugausfälle wegen des harten Winters im Dezember hatte
Fraport-Chef Stefan Schulte allerdings jüngst das Ziel bekräftigt, den Gewinn
vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im abgelaufenen Jahr auf 700
Millionen Euro zu steigern.
MANILA-ENGAGEMENT WIRKT SICH AUS
Die deutlich höheren Rückstellungen standen im Zusammenhang mit dem
missglückten Engagement des Konzerns in der philippinischen Hauptstadt Manila,
in dessen Folge Fraport Investitionen von rund 350 Millionen Euro abschreiben
musste. Abgemildert wurde das Desaster durch Bundesgarantien. Die philippinische
Regierung hatte das von der Projektgesellschaft Piatco erstellte Terminal
verstaatlicht und der Piatco-Miteigentümerin Fraport einen Verstoß gegen das
Anti-Strohmann-Gesetz vorgeworfen.
Im Schiedsverfahren um die Sache bei der Weltbank hat Fraport nach eigenen
Angaben erreicht, dass die vollständige Abweisung der Manila-Klage aufgehoben
wurde. Man prüfe derzeit Chancen und mögliche Kosten eines erneuten Verfahrens,
sagte ein Unternehmenssprecher. Das Unternehmen will seine Geschäftszahlen für
das abgelaufene Jahr wie geplant am 11. März veröffentlichen./stw/ceb/alg/he
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